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Mittwoch, 24. April 2019


Moin Moin aus Laboe,

 

was für tolle Ostertage in Laboe. Sonne pur und Menschenmassen wie in der Hochsaison tummelten sich in Laboe. Strand, Promenade, Gastronomie, alles meldete „Full house“. Und ich hoffe, auch meine Leserinnen und Leser konnten fröhliche und sonnige Ostertage verbringen.

 

Für mich war das fast schon zu viel Gewusel und daher habe ich mir das Geschehen auch öfters mal vom Balkon aus angesehen. Aber so ganz ruhig geht bei mir natürlich auch nicht, so konnte mich eine ganz liebe Bekannte tatsächlich an den Strand locken, hatte sie doch am Karfreitag ihren funkelniegelnagelneuen Jahres-Strandkorb von der Firma Rüder entgegen genommen und der musste natürlich eingeweiht werden.


Da aber eine Flasche Sekt an der Bordwand eines Strandkorbes bekanntermaßen nicht zerschellt, musste die getrunken werden und so zog sich dann die Taufe mit zwischenzeitlichem sehr leckerem Flammkuchenessen im „Strandland“ bis zum wieder einmal fantastischen Sonnenuntergang etwas länger hin als ursprünglich geplant. Was für ein schöner Karfreitag, an dem ich mich eigentliche um meine Homepage kümmern wollte.

 

Das habe ich dann aber über die Ostertage nachgeholt, der eine oder andere hat es vielleicht schon bemerkt, dass die News und das News Archiv etwas anders aussehen als vorher, aber ich habe versucht, die Änderungen so unauffällig wie möglich zu gestalten.

 

Wie ich schon vermutet, der Provider aber nicht mitgeteilt hatte, müssen die Seiten komplett von Grund auf neu erstellt werden sobald man etwas an den bestehenden Seiten ändern will. Was für ein Schiet. Das habe ich im News-Blog und News-Archiv mittlerweile erledigt, nun sollten also alle Leserinnen und Leser, egal welchen Browser und welches Betriebssystem sie benutzen, also wieder das gleiche sehen und lesen können. Dazu mussten dann die passenden Bilder zu den Texten an den rechten Rand verschoben werden. Puh, das hatte mich die letzten Tage aber doch schwer genervt aber nun ist die Kuh erst mal vom Eis.

 

Samstagabend eröffneten die „Kunstköppe“ im Freya-Frahm-Haus ihre Ausstellung „Ungekämmt und fern der Heimat“. Nachdem Christa Heller vom Vorstand des FFH die zahlreich erschienenen Gäste, die trotz des herrlichen Sonnenscheins draußen erschienen waren, begrüßt hatte und etwas über die Entstehung des Hauses und dieser speziellen Ausstellung erzählt hatte, stellten Marie-Pierre Ficheux und Christoph von Woedtke die Künstlerinnen und Künstler und ihre Werke vor sowie die Idee, die hinter dem Projekt steht. Sie hatten als gemeinsames Thema die „Heimat“ gewählt und jeder der 6 Künstler hat dieses Thema dann auf seine Art ganz individuell gestaltet und interpretiert.

 

Heimat kann sehr viel sein – zurück in seine ursprüngliche Heimat, Veränderungen, Aufbruch oder Abschied. Mal ernsthaft, mal humorvoll und manchmal eben auch „völlig ungekämmt und fern der Heimat“.

 

Insgesamt 90 Kunstwerke sind im Freya-Frahm-Haus noch bis zum 5. Mai zu sehen, musikalisch begleitet hatte die Vernissage das KLIFF-Duo. Eine sehenswerte Ausstellung, da gibt es sehr interessante Dinge zu entdecken, wer in Laboe ist sollte  einfach mal vorbei schauen.

 

Falls nun einige meiner Leserinnen und Leser fragen: „War es denn auch lecker über Ostern?“ kann ich fröhlich antworten: „Na klar, und wie!“ Denn Weihnachten und Ostern sind ja immer die Zeiten, wo ich mich auch mal an meinen 2-Plattenherd stelle und auch Backofen und Mikrowelle parallel im Einsatz sind, um mir einmal selber etwas auf den Teller zu zaubern. Ich bin dann immer mächtig stolz auf mich, denn als Mann 4 Sachen gleichzeitig zu machen und im Auge zu behalten finde ich schon eine gewaltige Herausforderung…… Obwohl - Frauen können in der gleichen Situation noch telefonieren, die Kinder beschäftigen und wenn es sein muss auch noch eine Bluse aufbügeln. Ihr seht, mein Potenzial ist noch ausbaufähig.

 

Die Krönung war aber natürlich der Brunch im „Casa Tripaldi“ am Ostermontag zusammen mit den „Laboer Fressraupen“. Seeehr lecker, besonders auch die ganzen italienischen Antipasti, abre auch zum Nachtisch Panna Cotta oder Tiramisu, das war dann der krönende Oster-Abschluss.

 

Kaum ist das eine Wochenende vorüber, kommt schon wieder das nächste in Sicht. Und da gibt es einen Ort weiter in Stein im Haus des Kurgastes wieder das wunderschöne „Kunstforum“ von Rainer Gorisch, bekannt unter dem Namen „GORI“.

Seit nunmehr über 20 Jahren fand das Kunstforum mit großem Erfolg in Probsteierhagen statt – früher war es die Herbstausstellung Schloss Hagen, später das Kunst-Forum zu Ostern im Herrenhaus.  Das Besondere an den Kunstevents bei Gori ist einerseits die breite Palette der künstlerischen Angebote, andererseits die Nähe zu den Kunstschaffenden, der Blick über ihre Schulter, das Gespräch über Erdachtes und Gestaltetes, die am Sonnabend und Sonntag wieder die Besucher erfreuen soll.

 

Die Mischung aus Kunsthandwerk und gestaltender Kunst gefällt nicht nur den heimischen Nordlichtern, viele Urlaubsgäste nutzen ihre schönste Zeit im Jahr, um sich auch ein wenig auf die Kunstangebote einzulassen. Was erwartet die Besucher im Haus des Kurgastes im Innen und Außenbereich?

 

Malerei in unterschiedlichen Techniken, Bildobjekte, Fotografie,  Steindruck,  Skulpturen aus Sandstein, Tiffanykreationen, Lampenkreationen, Schmuckdesign in Gold, Silber und Edelstein, Glasobjekte, Glasfusing , Zier- und Gebrauchskeramik, Designershirts-Hemden und Blusen, Holzskulpturen, edle Stofftaschen und Accessoires, handgefertigtes Ledertaschendesign, Wohntextilien, Drechselarbeiten, Holzarbeiten, Modedesign, handgefertigtes Filzdesign, Kettensägeschnitzkunst, Tiroler Spezialitäten und vieles mehr wird es an diesem Kunst-Forum zu entdecken geben. Zusätzlich ist Bubble Bert vor Ort und zaubert mit den Kindern wunderschöne riesige Seifenblasen.

 

In einem Teil des Außenbereichs erwartet die Besucher dann wieder der Historische Handwerkermarkt und für das leibliche Wohl der Gäste sorgt das Team des Uferrestaurants „Haus des Kurgastes“. Geöffnet ist das „Kunstforum“ am Sonnabend, den 27. April und Sonntag, den 28. April jeweils von 11 - 18 Uhr, der Eintritt für die gesamte Veranstaltung im Innen und Außenbereich beträgt 3,00 Euro, für Kinder unter 12 Jahren ist die Präsentation der Künste frei.

 

Ich kann nur sagen, diese Kunst-Events von Gori und seiner Frau Gerda, die ich ja auch unbedingt noch einmal erwähnen möchte, sind einfach absolut toll. Neben vielen bekannten Gesichtern dort entdecke ich jedes Jahr etwas Neues, das zum Staunen verführt. Unvergessen sind mir z.B. die Lautsprecherboxen, die ein Künstler in alte deutsche und amerikanische Staubsaugergehäuse mit den entsprechenden Verstärkern eingebaut hatte. Kaputte Staubsaugertechnik raus, modernste elektronische Technik rein, das hatte mich begeistert, war vor einigen Jahren auch in Stein.

 

Wer es jetzt an diesem Wochenende nicht nach Stein schafft, das nächste Kunstwochenende dort findet am 06. und 07. Juli statt.

 

So, das war es wieder einmal aus Laboe, wir lesen uns dann am Freitag wieder. Bis dahin sage ich Tschüss

 

Euer Ostsee-Peter


Freitag, 19. April 2019


Moin Moin aus Laboe,

 

Ostern steht vor der Tür, die Sonne lacht vom Himmel und die Förde füllt sich nach und nach mit vielen Segelbooten. Das sieht nach einem langen Traumwochenende aus.

 

Ich hatte mich in dieser Woche einmal mit Andrea Rüder, der Herrscherin oder sollte ich lieber sagen, der guten Fee der 530 Strandkörbe unterhalten, denn es war in diesem Jahr gar nicht so einfach, die Strandkörbe „richtig“ zu platzieren. Denn die Natur hat da immer ein Wörtchen mitzureden und es muss in jedem Jahr neu geplant und überlegt werden, wo denn nun die Strandkörbe aufgestellt werden.

 

Dort, wo vor 10 Jahren im Bereich zwischen dem Kiosk Katzbek und dem U-Boot noch Strandkörbe standen, gibt es praktisch keinen Strand mehr, den haben die Stürme der letzten Jahre fortgeschwemmt. Dafür wird der Strand zwischen Hafen und der Schwimmhalle immer breiter. Es musste in diesem Jahr also gut überlegt werden, ob an dem jetzt abgeflachten Strand im Bereich des Kiosks Katzbek noch einmal Strandkörbe aufgestellt werden sollen. Denn ein großer Sturm würde ausreichen und schon stehen die Körbe dort im Wasser.

 

Es war wie in jedem Jahr eine Menge Arbeit, die Strandkörbe in den Wintermonaten wieder fit zu machen für die neue Saison, so Andrea Rüder. Jeder einzelne Korb wird durchgesehen, defekte oder beschädigte Teile werden ausgebessert oder ersetzt, manchmal wird auch ein komplettes Ober- oder Unterteil ersetzt. Denn eines ist ganz wichtig für die dynamische und immer gut gelaunte Chefin: die Kunden sollen zufrieden sein und ihren Urlaub genießen in Laboe und dazu gehört eben auch ein gut gepflegter Strandkorb.

 

Das alles wäre alleine aber gar nicht zu schaffen und daher gilt ein ganz großes Dankeschön von Andrea Rüder ihrem Mann und ihren 10 Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen, die auch in der größten Hektik im Sommer stets einen kühlen Kopf bewahren und fröhlich und gut gelaunt die Wünsche der Kunden erfüllen.

 

Es hat sich mittlerweile auch herumgesprochen, dass man im Strandland auf der Sonnenterrasse sehr gut essen kann. Und so wurde für diese Saison die Speisekarte neu überarbeitet und bei der Gelegenheit wurden die Wünsche der Kunden gleich mit berücksichtigt. Erweitert wurde die „Burger-Karte“ um vegane und vegetarische Burger. Wer aber gerne viel Rindfleisch mit passenden Beilagen mag, greift sicherlich zum „Double Laboerger“. Hmmm, nun bekomme ich aber langsam Hunger hier beim schreiben.

 

Ferner gibt es Flammkuchen, Süßkartoffel-Pommes mit Advocado-Dip, eine Schnitzelkarte und auch an den Geschmack der kleinen Gäste wurde gedacht mit der Seite „Kinderglück“. Für die Erwachsenen gibt es jetzt auf der Getränkekarte verschiedene GIN-Drinks in vielen Variationen und so meinte Andrea Rüder dann auch fröhlich: Am Ende ergibt alles einen Gin.

 

Die Ostertage können also beginnen, neben Strandkörben, Essen und Trinken gibt es natürlich auch weiterhin alles, was Groß und Klein für einen schönen Tag am Strand benötigen. Alle weiteren Infos über das Strandland findet man unter: www.strandland-laboe.de

 

Dann sehen wir im Album heute noch ein paar schöne Fotos von meiner Kreuzfahrt am Dienstag von Laboe nach Kiel, wo sonst bekommt man für 4,20 € die großen und kleinen Schiffe schon so hautnah zu sehen. So eine Fahrt kann ich nur allen Urlaubern einmal empfehlen, neben dem reinen Liniendienst Laboe – Kiel gibt es ja auch noch die sogenannten „Fördetörns“ mit den entsprechenden Erläuterungen unterwegs durch den Käpt´n. Da fährt man auch ein Stück in die Schwentine odr dicht an den Nord-Ostsee-Kanal oder den Marinehafen heran. Hier kostet die Rundfahrt von Kiel nach Kiel bzw. von Laboe nach Laboe 15 € für Erwachsene und 7 € für die Kids, Familienkarten gibt es auch.

 

Also schaut Euch die Fotos mal an im Album, auf jeder Fahrt sieht man etwas anderes und auch nach über 10 Jahren die ich jetzt in Laboe lebe, ist das jedes Mal wieder ein tolles Erlebnis.

 

So, dann bleibt mir nur noch, all meinen Leserinnen und Lesern schöne Ostertage zu wünschen und am Schluss der heutigen Bilderreihe sehen wir dann auch noch ein paar schöne Bilder aus dem Kurpark. Ich gestehe, der Kurpark mit seinen schönen Blumen ist echt, Ostereier und Osterhasen stammen aber aus meinem PC, beides zusammen gefügt und man erkennt – Weihnachten ist später.  

 

Wir lesen uns am kommenden Mittwoch wieder, ich gönne mir auch einmal ein paar Tage Ruhe auf meinem schönen Balkon, werde aber doch mal versuchen, ob ich noch was an dem neuen und leider völlig verkorksten Homepageprogramm ändern kann, damit auch die Firefox und Edge-Nutzer die Bilder in den Texten wieder an der richtigen Stelle sehen können.

 

Freuen wir uns also auf die Ostertage, die aber auch zum Besinnen und Innehalten einladen. Vielleicht sollten wir nicht nur ein Party und Osterschmaus denken, sondern  auch einmal einen Blick in uns selber werfen um zu entscheiden, was uns wirklich wichtig ist im Leben.

 

In diesem Sinne – Frohe Ostern, Happy Easter, Joyeuses Pâques!, Glædelig påske!, Buona Pasqua!, Felices Pascuas! und auf Griechisch eftychisméno Páscha!

 

 

Euer Ostsee-Peter



Mittwoch, 17. April 2019


Moin Moin aus Laboe,

 

wie Montag bereits angekündigt, möchte ich heute über das Theaterstück berichten, dass mir die ehemalige Leiterin der Laboer Touristinfo Kerstin-Imogen Vieth als vorgezogenes Geburtsgeschenk überreicht hatte. Das Stück hieß „Neuzehnachtzehn“ und da wir ja auch schon zusammen die gleichnamige Ausstellung im Kieler Schifffahrtsmuseum angeschaut hatten, war dieses Theaterstück nun der krönende Abschluss.

 

Kurz zur Erinnerung – 1918 fand in Kiel der Matrosenaufstand statt, der letztendlich zur Abdankung des Kaisers, Pressefreiheit und ein demokratisches Wahlrecht auch für Frauen sowie die Freilassung aller politischen Gefangenen führte.

 

Kerstin hatte ja gesagt, das wäre ein Theaterstück wie ich es sicherlich noch nie erlebt hätte und das war es dann tatsächlich auch. Ja sogar mehr noch, ich weiß gar nicht, wie ich das Erlebte in Worte kleiden soll. Denn wann sieht man schon mal ein Theaterstück, wo man mit den Schauspielern zu Fuß durch Kiels Straßen geht, um historische Gebäude aus der damaligen Zeit aufzusuchen und dort ist man dann als Zuschauer mittendrin gefangen im Geschehen, Theater live an diesen geschichtsträchtigen Orten.

 

Wo man mit Bussen weiter transportiert wird zu den nächsten, etwas außerhalb liegenden historischen Schauplätzen. Und so wird plötzlich auch der Bus zum Theaterspielort, mitten auf der Fahrt durch Kiel. Aber der Reihe nach.

 

Der Start dieses außergewöhnlichen Abends begann in der Maschinenhalle in der ehemaligen Marinetechnikschule in der Arkonastraße 1. Dort werden pro Aufführung jeweils genau 150 Zuschauer in 3 Gruppen aufgeteilt: Matrosen, Arbeiter und Offiziere. Und jeder Zuschauer bekommt eine Signallampe ausgehändigt, die die Offiziere mit blauer Filterscheibe, Matrosen weißer und Arbeiter mit roter Filterscheibe. So weiß zunächst einmal jeder, zu welcher Gruppe er gehört.

 

Da Kerstin das Stück schon einmal aus der Sicht der Arbeiter miterlebt hatte, wählten wir diesmal die Gruppe Offiziere. Mit war es ja egal, ich kannte das Stück nicht, aber Kerstin meinte zum Schluss, für sie wäre der erste, mobile Teil, ein völlig anderes Erlebnis gewesen als beim ersten Mall. 

 

Die erste Station, welche die Gruppen noch gemeinsam erreichten, war das ehemalige Marinegefängnis. Ein altes, heruntergekommenes und leer stehendes Gebäude, in dem der Putz von den Wänden fällt und überall die Farbe von den Wänden blättert. Im Gebäude teilten sich die Gruppen dann aber auf, die Matrosen und Arbeiter waren im Kellerbereich, die Offiziere oben bei den Arrestzellen. Das war schon einmal sehr beklemmend, als die Offiziere lautstark ihre Befehle durch die langen Gänge brüllten.

 

In diesem Gebäude kommt es zum ersten Zusammentreffen zwischen Aufständischen und Offizieren, die ersten Todesopfer sind zu beklagen, das ging mir dann schon gewaltig unter die Haut.

 

Nach diesen Szenen wurden die 3 Gruppen auf 3 bereitstehende Busse verteilt, daher also immer genau 50 Menschen pro Gruppe, denn die passten eben genau in einen Bus. Die Matrosen und Arbeiter wurden dann zum Gewerkschaftshaus in der heutigen Legienstraße gefahren, wir Offiziere zur ehemaligen Kommandantur (heute Oberfinanzdirektion, die gerade sehr aufwändig restauriert wird).

 

Während der Busfahrt – bei der übrigens nur im Bus der Offiziere ein Getränk für jeden bereit stand – wird eine Geheimlosung verteilt und das Motto lautet: „Lieber ehrenvoll die letzten 2.000 Schuss gegen England abgeben und untergehen, als Kriegsschuld und -niederlage akzeptieren“. Und genau dagegen lehnen sich die Matrosen der Kriegsflotte auf, denn sie wissen, dass sie einen sinnlosen Tod sterben würden. Unterstützt werden sie dabei von einer immer größer werdenden Arbeiterschar, die ebenfalls ein Kriegsende herbei sehnen.

 

In der Feldstraße, Ecke Karlstraße und nahe den Arrestzellen kommt es dann zum Aufeinandertreffen der 3 Gruppen, Offiziere gegen Matrosen und Arbeiter, mit Lichtblitzen wird aufeinander geschossen. Ich habe da lieber ein Foto in der Dämmerung gemacht, aber das war schon ein merkwürdiger Moment, wenn da plötzlich so eine Menschmasse um die Ecke biegt und auf einen zukommt. 1918 waren es rund 5.000 – 6.000 Menschen die dort aufeinander trafen, es gab seinerzeit 7 Tote und 29 Verletzte bei den Unruhen.

 

Nach diesem Zusammenprall der Gruppen ging es dann mit den Bussen wieder zurück in die Maschinenhalle in Wik. Hier ist erst einmal Pause angesagt, in der man sich mit Brezeln und Getränken stärken kann. Dann nehmen die Zuschauer in der Maschinenhalle Platz, auch hier wieder aufgeteilt in die 3 Gruppen Arbeiter, Matrosen und Offiziere, die sich nun gegenüber sitzen, getrennt durch einen gewaltig großen Verhandlungstisch. 

 

Der SPD-Reichstagsabgeordnete Gustav Noske reist aus Berlin an um sich einen Überblick zu verschaffen und deeskalierend zu wirken. Er verhandelt mit den Offizieren und erreicht, dass die Inhaftierten freigelassen werden. Die „14 Kieler Punkte“ werden ins Leben gerufen, die u.a. die Abdankung des Kaisers fordern, Pressefreiheit sei zu gewährleisten und ein demokratisches Wahlrecht auch für Frauen stehen als wichtige Grundsätze in den 14 Kieler Punkten.

 

Das Ende kennen wir und so kann man sagen, dass Kiel tatsächlich schon einmal Weltgeschichte geschrieben hat. Als dann zum Schluss zusammen mit dem Publikum „Die Internationale“ gesungen wurde war auch das wieder Gänsehautfeeling pur.

 

Tja, das war wirklich ein sehr beeindruckender Theaterabend, wie ich ihn tatsächlich noch nie erlebt hatte. Das Stück läuft noch bis zum 30.04.19, aber alle Vorstellungen sind schon seit langen ausverkauft. Aber manchmal hat man noch eine kleine Chance, wenn man sich auf die Warteliste setzen lässt und jemand abspringt, so sind wir auch an die begehrten Karten gekommen. Fotos sehen wir dann im Album. HIER gibt es einen Link zu dem Stück und dort kann man sich auch ein kleines Video anschauen.

 

Das Buch schrieb übrigens Robert Habeck zusammen mit seiner Frau Andreas Paluch. Das Robert Habeck Bundesvorsitzender der GRÜNEN ist weiß wahrscheinlich jeder, aber als Schriftsteller hatte ich ihn bislang gar nicht so bewusst wahrgenommen.

 

Schade, dass das Stück Ende April endet, ich hätte mir das ansonsten auch gerne noch einmal aus der Sicht der Matrosen oder Arbeiter angeschaut, auch wenn es dann im Bus keinen Orangensaft mehr gibt.

 

Dann möchte ich noch die neue Ausstellung im Freya-Frahm-Haus vorstellen, die am kommenden Samstag um 18:00 Uhr beginnt.

 

„Ungekämmt und fern der Heimat“ sind sie – die 6 „Kunstköppe“ aus Hamburg, die über Ostern im Freya-Frahm-Haus ihre Werke zeigen werden. Rund 60 ganz unterschiedliche Werke erwarten die Zuschauer, bestehend aus Malerei, Collagen, Holzskulpturen oder Mixed Media.

 

Zu sehen ist eine vielfältige und spannende Mischung aus großen und kleinen Werken, aus Konkretem und Abstraktem. Bilder, Fotos und Objekte zeigen aus unterschiedlichen Blinkwinkeln die Auseinandersetzung mit dem Thema „Heimat“ – wie auch immer diese definiert sein mag. Reisen, Abenteuerlust, Bewegung, Aufbruch, Veränderung, Begegnungen, Trennung, Abschied… Mal ernsthaft, mal humorvoll und manchmal eben auch ungekämmt…!

 

Die Hamburger Gruppe „Kunstköppe“ besteht aus folgenden KünstlerInnen:

Angela Augustin-Wittkuhn | Malerei und Printart

Marie-Pierre Ficheux | Malerei

Susanne Helmert | Fotografie und Mixed Media

Gina Kühn | Collage und Malerei

Koko Proll | Malerei und Experimentelles

Christoph von Woedtke | Spray Painting und Skulpturen

 

Zur Vernissage am Samstag wird das Duo KLIFF auftreten mit Frank Metzner –Fusion Jazz und Ole Wollberg – Sax.

 

Die Ausstellung ist bis zum 05. Mai zu folgenden Zeiten geöffnet:

 

Ostersonntag, 21.4. + Ostermontag, 22.4. | 11–18 Uhr

Freitag, 26.4. | 14–18 Uhr

Samstag, 27.4. + Sonntag, 28.4. | 11–18 Uhr

Mittwoch, 01.05. | 11–18 Uhr

Donnerstag, 02.05. | 14–17 Uhr

Freitag, 03.05. | 14–18 Uhr

Samstag, 04.05. | 11–18 Uhr

Sonntag, 05.05. | 11–17 Uhr

 

So, das war es für den Mittwoch, wir lesen uns am Freitag wieder, ich möchte ja schließlich noch meine Ostergrüße verteilen. Bis dahin sage ich Tschüss

 

Euer Ostsee-Peter

 

PS.: gerade erreichte mich noch ein Aufruf aus der Klinik in Preetz, sie sucht dringend einen Stammzellenspender für den kleinen Ture. Je mehr Menschen mitmachen, desto größer ist die Überlebenschance für das 8 Monate alte Baby. Ich habe den Aufruf mit ins Fotoalbum getan. Danke. 



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Blick vom Freya-Frahm-Haus auf die Ostsee und die Strandkörbe
Eröffnung der Ausstellung "Ungekämmt und fern der Heimat"
die Laboer Fressraupen on Tour
Kunst-Forum in Stein
Andrea Rüder, Chefin vom "Strandland"
mit dem Förde-Dampfer nach Kiel
Ostern im Kurpark
Ehemalige Marinetechnikschule in Kiel-Wik
die Busse für Arbeiter, Offiziere und Matrosen stehen bereit
in der Maschinenhalle fand de 2. Teil des Abends statt
die "Kunstköppe" im Freya-Frahm-Haus