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Blick vom Ehrenmal auf Laboe



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Das Bild des Tages......

am Strand von Laboe

Mittwoch, 05. August 2020


Moin Moin aus Laboe,

 

berichten möchte ich heute von zwei Ereignissen aus Laboe, einem schönen und einem leider nicht so schönem.

 

Fangen wir mal mit dem Erfreulichen an. Denn Montagabend erschien das erste große Kreuzfahrtschiff vor Laboe, es war „Mein Schiff 1“ auf dem Weg nach Oslo. Und das lockte dann am Abend noch viele „Sehleute“ an den Strand.

 

Der Neubau wurde 2018 in Dienst gestellt und auf der Meyer-Werft in Turku gebaut. Das Schiff ist 317 Meter lang, 35,8 Meter breit und bietet Platz für 2.894 Passagiere plus ca. 1.000 Besatzungsmitglieder. Gekostet hat das Schiff rund 625 Millionen US-Dollar.

 

Und so kam alles zusammen – ein herrlicher Sonnenuntergang in ganz verschiedenen Farben mit Kreuzfahrtschiff im Hintergrund. Das, was die vergangenen Jahre völlig normal und fast alltäglich war, ist in Corona-Zeiten auf jeden Fall einen Abendspaziergang zum Strand wert. Einfach ein herrlicher Anblick.

 

Und „Anblick“ ist auch das nächste Thema das mich im Moment sehr bewegt. Denn das, was man jetzt an der Promenade zwischen Schwimmhalle und U-Boot sehen muss sprengt glaube ich alles bisher Dagewesene in diesem Bereich. Es geht um den Strandzaun. Man muss sich das einmal vorstellen: Laboe ist ein Ostsee-Urlaubsort, nach wie vor besuchen jedes Jahr tausende von Besuchern das U-Boot und das Ehrenmal, jetzt auch noch positiv aufgewertet in dem Bereich Birkenweg durch Zantopp´s. Und dann sowas. Ich kann das gar nicht richtig in Worte fassen, da sagen die ganz aktuellen Fotos mehr als 1000 Worte.

 

Das ist in meinen Augen kein unschöner Anblick mehr, das ist einfach nur noch grauenhaft. Denn dieses Problem ist ja nicht neu, und dank meines recht umfangreichen Privatarchives können wir sehen, dass bereits im Jahr 2012 diese Angelegenheit auf der Agenda der Gemeindevertretung stand. Bedeutet, schon zu dem Zeitpunkt war der Strandzaun dermaßen rott, dass seinerzeit verschiedene Vorschläge erarbeitet und öffentlich vorgestellt wurden, um den Bereich zwischen MWSH und U-Boot wieder aufzuwerten.

 

So gab es vor Ort Vorschläge mit einem Zaun im eleganten weiß, der natürlich gegen Graffiti und Schmierereien durch eine besondere Oberfläche geschützt war. Ein anderer Vorschlag war – Zäune ganz weg und eine entsprechende Bepflanzung vornehmen wie in anderen Urlaubsorten an den Küsten auch. Die Pflanzen wären jetzt nach 8 Jahren sicherlich auch schon schön dicht zusammengewachsen. Oder zumindest die Holzzäune in neue Halterungen setzen und von oben mittels Alu-Profile wasserdicht abschließen damit sie nicht so schnell verrotten.


Aber was wurde entschieden in den vergangenen 8 Jahren?? NICHTS! Außer Flickkram, mal hier mal da ein neues Element wo es gar nicht mehr geht, immer in einer anderen Farbe, wo ein neues Zaunelement nicht verfügbar ist wird auch schon mal eine Platte vorgenagelt, was für ein Horror-Anblick an der ganzen Promenade. 


An dieser Stelle darf natürlich das Argument nicht fehlen: „Aber dafür hat Laboe ja eine Schwimmhalle - die in den 8 Jahren rund 5 Millionen Euro Verlust eingefahren hat für seine 5.000 Einwohner.“ Sehr richtig, für das Geld hätte Laboe einen vergoldeten Zaun hinstellen und die Promenade mit Mosaik pflastern lassen können.

 

Nun kann man sich natürlich fragen, wieso haut der Bürgermeister nicht einfach mal auf den Tisch und ordnet an, dass ein neuer Zaun da hingestellt wird? Kann er leider nicht, denn er kann nur im Auftrage der Gemeindevertretung handeln die ihm dazu einen entsprechenden Auftrag erteilen muss. Und genau diese Gemeindevertretung wurschtelt nun seit 8 Jahren mit diesem Thema vor sich hin. Das Ergebnis wird uns allen jetzt glasklar vor Augen geführt.

 

Ich werde jetzt sicherlich von einigen Gemeindevertretern wieder die eine oder andere nette und sachliche Mail bekommen mit dem Inhalt: Lieber Peter, unsere Fraktion hat ja schon immer für eine entsprechende Lösung gestimmt, aber die anderen......

 

Und das ist so ein typisches Problem in Laboe, in den Nachbargemeinden spricht man immer gerne von den "Laboer Verhältnissen". Es wird geredet und geredet, selbst wenn ein Problem kurz vor dem Abschluss steht wird es noch einmal zurück in die Ausschüsse verwiesen. Da hat sich seit 100 Jahren nicht viel geändert in Laboe wie man in unserem Rathaus-Archiv nachlesen kann.

 

Jeder gegen jeden – Oberdorf gegen Unterdorf, früher sind die verschiedenen Parteien mit Schaufeln und Forken aufeinander losgegangen und bei Meinungsverschiedenheiten in den Sitzungen flogen auch schon mal die Fäuste und der eine oder andere Gemeindevertreter kam mit einem blauen Auge nach Hause. Aber es wurde immerhin etwas entschieden. Das alles ist urkundlich festgehalten.

 

So ist es zum Glück heute ja nicht mehr, aber alle gegeneinander statt miteinander ist auch heute leider noch eher der Normalzustand. Dabei geht es doch um die Büger und unseren schönen Ort. Wobei sich die Sacharbeit innerhalb der GV in letzter Zeit zum Glück sehr gebessert hat, seit Heiko Voß als Bürgermeister das Ruder übernommen hat.

 

Das ändert aber nun nichts an der Tatsache, dass es auf der vielbegangenen Promenade aussieht wie zu DDR-Zeiten in schlimmster Form. Wir hatten in diesem Jahr so viel Zeit bevor der Tourismus wieder langsam angelaufen ist, heute stehen wir vor dem Trümmerhaufen. Kein Geld für Investitionen, hohe Verschuldung des Ortes, Corona und natürlich trägt die Schwimmhalle einen ganz großen Anteil an diesem Desaster.

 

Aber liebe Gemeindevertreter – ihr alle gemeinsam hattet jetzt 8 Jahre Zeit um nach einer machbaren Lösung für den Strandzaun zu suchen. Zum Wohle für uns Einwohner und unsere Gäste. Aber wo können die Laboer und ihre Besucher das Ergebnis Eurer Arbeit zu diesem Thema sehen? Vielleicht wäre ja ein Spaziergang in die Nachbarorte Stein oder Möltenort ganz hilfreich, um sich einmal persönlich anzuschauen, wie schön die Promenaden dort aussehen.

 

Aber klar, die haben ja auch keine Schwimmhalle – ich kann das bald schon nicht mehr hören. Und trotzdem reißt sich Laboe mit allen verfügbaren Mitteln darum, wieder eine Schwimmhalle irgendwo im Ort zu bauen, statt das mal den anderen Umlandgemeinden zu überlassen die sich auch beworben hatten. Muss ich aber wohl auch nicht verstehen.

 

Nun bleibt nur zu hoffen, dass zumindest die teils völlig zusammengebrochenen Zaunteile schnellstens entfernt werden.  Im Moment sind ja noch keine Stürme zu erwarten, dann muss das auch mal ein paar Wochen ohne Zaun gehen. Alles ist besser als der momentane Zustand! Aber das ist eben nur meine ganz persönliche und bescheidene Ansicht als Bürger von Laboe, dem sein Ort sehr am Herzen liegt.

 

So, das war es für den Mittwoch. Wir lesen uns am Freitag wieder, genießen wir den schönen Sommer, der jetzt endlich auch Norddeutschland erreicht hat.

 

Bis dahin sage ich Tschüss

Euer Ostsee-Peter