April 2021



Verliebt in Laboe ...

Frühling
Sommer
Herbst
Winter


Hallo und herzlich Willkommen in meinem News Archiv.



April 2021

Freitag, 02. April 2021


Moin Moin aus Laboe…

 

….an diesem Karfreitag 2021. Nun haben wir schon wieder Ostern und Anfang des Jahres dachten wir noch, dieses neue Jahr wird nun aber viel besser als 2020. Das wir nun schon das zweite Mal hintereinander Ostern im Lockdown verbringen, hätten wohl die wenigsten von uns erwartet. Aber es ist wie es ist, machen wir also das Beste daraus, denn eine schnelle Auflösung der Corona-Pandemie ist nicht in Sicht.

 

Für unsere Urlauber noch ein Hinweis zur Meerwasserschwimmhalle. Diese ist ja nun Coronabedingt schon seit rund einem Jahr, mit einer kurzen Öffnungsphase zwischendurch, außer Betrieb. Da ja Planungen für eine neue Halle am Ortsrand laufen, hat die Gemeindevertretung aus CDU, SPD und LWG beschlossen, aus Kostengründen (rund 500.000 € Verlust pro Jahr bei 5.000 Einwohnern) die Halle auch nach Corona nicht mehr zu öffnen. Grüne und ein parteiloser Einzelkandidat waren gegen eine Schließung.

 

Man mag zu der Entscheidung stehen wie man will, die einen sagen erleichtert: „Endlich, das wurde aber auch Zeit mit der Schließung“, bei den anderen herrscht große Enttäuschung, auch das ist verständlich. Aber letztendlich leben wir zum Glück in einer Demokratie und so haben wir diese Entscheidung der Gemeindevertretung zu akzeptieren, die sich ihre Entscheidungsfindung sicherlich nicht leicht gemacht hat. Fakt ist, die Schwimmhalle wird auch in Zukunft geschlossen bleiben.

 

Nun verlassen wir aber mal ganz schnell das Thema Politik, das ist eh nicht meine Welt und kommen zu einem schönen und fröhlichen Ereignis. Denn die Frage lautet: Was machen die Lachmöwen eigentlich in der alten Polizeistation, sitzen die jetzt alle unten im Keller in der Ausnüchterungszelle?

 

Die Frage kann ich ganz klar beantworten, denn ich war live dabei: NEIN, ganz im Gegenteil, die Lachmöwen waren sogar in den letzten Wochen sehr fleißig und haben das alte Polizeigebäude innen von Grund auf saniert und renoviert. Warum, wieso, weshalb? Die haben doch ein schmuckes Theater könnte man sich fragen. Nun, dazu werfen wir zum besseren Verständnis noch einmal einen kurzen Blick zurück auf das Gebäude in der Dorfstraße 8, das ja allen Laboern und vielen Urlaubern ein Begriff ist.

 

Als Renate und ich 2008 nach Laboe zogen, war das Polizeigebäude noch außen gelb gestrichen. Dann tauchten im Jahre 2013 zum ersten Mal die Pläne auf, die Laboer Polizeiwache im Rahmen der Strukturreform der Polizei im Kreis Plön zu schließen. Das stieß bei den allermeisten Einheimischen auf großes Unverständnis. War doch das Gebäude gerade noch im Jahre 2013 von der gelben Fassade auf ein „Polizei-Blau“ umgestrichen worden. 

Aber alle Proteste und Unterschriftensammlungen nützen nichts, die Polizei zog aus ihrem Dienstgebäude aus, die Polizisten wurden auf die Dienststellen in Heikendorf und Schönberg verteilt. Das Gebäude stand dann einige Jahre leer, bevor es die Gemeinde Laboe gekauft hat.


Aber die Gemeindevertretung konnte sich auf eine Nutzung nicht einigen, angedacht waren eine Erweiterung des Schulkomplexes, das Jugendzentrum hätte dort einziehen können, Nutzung durch Vereine, es gab viele Ideen. Doch eine langfristige und zukunftsträchtige Strategie konnte nicht entwickelt werden und somit gab es eben auch keinen Beschluss, was mit dem Haus geschehen sollte und daher stand das Gebäude dann also wieder lange Zeit leer.


Bis zum Jahre 2020, als das Lachmöwentheater an die Gemeinde herantrat. Denn durch Corona war der Spielbetrieb unterbrochen, also mussten neue Ideen her, wie z.B. eine Theaterschule gründen oder auch eine Plattdeutsch-Schule zur Förderung des Nachwuchses für alle Niederdeutschen Bühnen. Aber für solche Dinge benötigt man keine große Bühne, sondern entsprechende Räumlichkeiten, die im Lachmöwen-Theater am Katzbek nicht vorhanden sind.


Nach einigen hitzigen Diskussionen in der Gemeindevertretung konnte das Lachmöwen-Theater dann einen 5-Jahres-Vertrag mit der Gemeinde Laboe abschließen. Fördergelder in Höhe von 90% gab es aus dem Corona-Hilfstopf „Neustart Kultur“ des Bundes und danach konnte dann mit der Renovierung der Innenräume der alten Polizeiwache begonnen werden. Neue Bodenbeläge überall, sämtliche Räume wurden neu gestrichen, ebenso die Fenster und Türen, die Beleuchtung wurde auf LED-Technik umgestellt, das ganze Haus erstrahlt jetzt innen in hellen und freundlichen Farben.


Anfang März d.J. waren die grundlegenden Arbeiten abgeschlossen und am vergangenen Dienstag, den 30. März, konnten dann Jan Steffen und Matthias Dehn vom Lachmöwen-Theater einem kleinen Kreis die völlig neu gestalteten Räume vorstellen. Bei dieser sozusagen kleinen Premiereneinladung waren Melanie Bernstein, MdB, Bürgermeister Heiko Voß und Günter Petrowski, Fraktionsvorsitzender der CDU Laboe sowie die örtliche Presse erschienen, um sich einmal  ein Bild über die vollendeten Renovierungsarbeiten zu machen. „Gerne hätten wir die Einweihung im größeren Kreis gefeiert“, so Jan Steffen, „aber auch da hat uns Corona leider wieder einen Strich durch die Rechnung gemacht“.


Und so hieß es also Maske auf und Abstand halten bei der Besichtigung der neu gestalteten Räume. Das „Lachmöwen-Haus“ erfüllt viele verschiedene Zwecke. Neu ist jetzt, dass in dem Gebäude im Erdgeschoss eine Vorverkaufsstelle eingerichtet wurde. Hier kann man - sowie es die Coronalage erlaubt - seine Eintrittskarten für die einzelnen Vorstellungen vor Ort kaufen.


Das wollen Traute und Günter Steffen übernehmen und das ist dann sicherlich immer mit einem Klönschnack verbunden, meinte Jan Steffen fröhlich. Wobei, und das füge ich jetzt einmal hinzu, auch all die Menschen garantiert eine Eintrittskarte bekommen, die der plattdeutschen Sprache nicht so mächtig sind. Traute und Günter können nämlich auch perfekt Hochdeutsch schnacken. Und lachen funktioniert sowohl auf platt als auch auf Hochdeutsch, das versteht die ganze Welt! Funktionierte der Vorverkauf bislang nur telefonisch oder per Internet, ist nun eben auch der persönliche Kauf der Eintrittskarten möglich.


Neben der Verwaltung die für ein Theater notwendig ist wie Buchhaltung oder Bühnenleitung, gibt es nun auch einen Fundusraum vor Ort, in dem die Kostüme und Accessoires gelagert werden können. Wichtig ist der Probenraum, in dem dann einzelne Szenen von den Schauspieler/-innen geprobt werden können.


Geplant sind auch weiterhin Schülerkurse in Zusammenarbeit mit der Grundschule, erläuterte Matthias Dehn, die Schauspieler Christian Becker leiten wird. Auch einen Seminarraum gibt es, der bei Bedarf auch gemietet werden kann.

Einige Schauspielkurse wie Wochenendkurse, Theater-Schnupperkurse, Workshops im Bereich Improvisationstheater oder in der plattdeutschen Sprache müssen allerdings kostenpflichtig angeboten werden, diese Einnahmen dienen zum Unterhalt des Hauses.


Diese Ergänzung zu dem bestehenden Lachmöwen-Theater ist äußerst hilfreich, denn nun kann man wesentlich flexibler reagieren, kann verschiedene Dinge parallel proben, der Nachwuchs, auf den alle Niederdeutschen Bühnen dringend angewiesen sind, wird gefördert, für alle also eine Win-Win Situation. Und so galt der Dank von Jan Steffen und Matthias Dehn dann auch Melanie Bernstein, die sich in Berlin für die Fördergelder aus dem Bundesprogramm eingesetzt hatte und die sich nun selber am Dienstag davon überzeugen konnte, mit wieviel Herzblut das Team der Lachmöwen ihr Projekt vorangetrieben und verwirklicht hat.


Durch die Coronapandemie konnte das geplante Winterstück „Fröhstück bi Kellermanns“ bislang ja noch nicht gezeigt werden, dieses ist nun erst einmal auf den Sommer verschoben worden, der Vorverkauf startet am 11. Mai 2021.


Aber eines treibt das ganze Lachmöwen-Ensemble um: Wir wollen so schnell wie möglich wieder für unser Publikum  auf der Bühne stehen und wir alle freuen uns schon riesig, wenn der Vorhang sich hoffentlich bald wieder öffnet.

Das wünsche ich mir natürlich auch und sage schon einmal toi, toi, toi.


So, nun bleibt mir nur noch, meinen lieben Leserinnen und Lesern ein besinnliches, ruhiges und schönes Osterfest zu wünschen. „Wir in Laboe“ können wie bereits im letzten Jahr, am Ostersonntag wieder den sogenannten „Hoffnungsflieger“ am Himmel beobachten. Die orangefarbene Piper wird mit dem bekannten, 35 Meter lange Transparent „Ostern – Glaube – Liebe – Hoffnung“ in rund 300 Metern Höhe insgesamt 4 Stunden lang über dem Kirchenkreis Plön-Segeberg fliegen.


Ich fand das im letzten Jahr sehr schön, den Flugplan kann man ab Samstag HIER einsehen, auf der Seite gibt es schon einen Trailer zu dem Hoffnungsflieger zu sehen.


Wir werden uns dann ausnahmsweise am Dienstag wiederlesen, zum einen möchte ich die Osterfeiertage möglichst auch einmal ohne Computer verbringen und dann kann ich Dienstag auch besser berichten, wie es die Feiertage über in Laboe gelaufen ist.


Also FROHE OSTERN und bleibt gesund, das wünscht Euch von ganzem Herzen                 


Euer Ostsee-Peter


Dienstag, 06. April 2021


Moin Moin aus Laboe,


Ich hoffe, meine lieben Leserinnen und Leser haben die Osterfeiertage gut verbracht. Hier im Norden war das Wetter eigentlich nur am Samstag sehr schön, die restlichen Feiertage waren teils sehr kalt, windig und am Ostermontag sorgten auch noch Graupelschauer und Schneefälle für Wetterabwechslung. Aprilwetter eben.


Dadurch blieb auch der erwartete Ansturm der Tagesgäste an der Nord- und Ostseeküste aus. Die waren ja in Schleswig-Holstein erlaubt, während in Mecklenburg-Vorpommern die Tagesgäste rigoros von Polizei und Ordnungsamt zurückgeschickt wurden. In Schleswig-Holstein gab es aber noch eine Besonderheit. Besitzer von Ferienhäusern, Ferienwohnungen und Appartements konnten, sofern nicht selbstgenutzt, ihre Unterkünfte an Freunde, Bekannte oder Familienangehörige kostenlos abgeben.


Dieses Schlupfloch nutzen einige Privatvermieter natürlich aus, eine Reportage von NDR Niedersachsen legte dann auch offen, dass man zwar keinerlei Chance hatte, bei gewerblichen Ferienhausagenturen oder Hotels eine Unterkunft über Ostern zu bekommen, während das bei vielen Privatvermietern eher kein Problem war, wie Reporter Christian Duden bei seiner Recherche festgestellt hatte. Und bei dem ersten Telefonat wurde dann immer ganz schnell festgestellt, dass man ja schon seit Jahren gut miteinander befreundet sei und daher die Überlassung der Ferienunterkunft kein Problem sei.


Und so sah man auch in Laboe über die Osterfeiertage viele Autos mit auswärtigen Kennzeichen und als ich Samstagmorgen um 8 Uhr zum Einkaufen durch Laboe ging, waren das sicherlich nicht alles Tagesgäste die dort ihre Fahrzeuge um die Uhrzeit schon geparkt hatten.


Ministerpräsident Daniel Günther hatte ja auf Grund der sehr niedrigen Inzidenzzahlen in Schleswig-Holstein bei der letzten MPK den Vorschlag gemacht, dass zumindest Ferienunterkünfte mit Selbstversorgung geöffnet werden sollten. Dieser Antrag wurde aber abgelehnt und somit ist also dann diese Lücke entstanden, dass private Eigentümer von Ferienunterkünften diese an Verwandte, Freunde und Bekannte kostenlos abgeben könnten. Dann zahlt man zwar keine Miete, aber unter guten Freunden ist es ja üblich, wenigstens die Strom-, Wasser- und Heizungskosten zu übernehmen, wenn man die Unterkunft schon umsonst bekommt. Selbst wenn diese aufgrund der hohen Energiekosten rund 50 - 100 € am Tag betragen. Ein Schelm der Böses dabei denkt.


Auch in unserer Anlage war das nicht anders, die meisten Autos kamen aus NRW, sogar aus England war ein Fahrzeug dazwischen. Aber um das noch einmal ganz klar zu betonen, über die Hotelgesellschaft und die anderen gewerblichen Vermieter der Appartements war garantiert nicht ein einziges Appartement vermietet worden, zu hoch wären die Geldstrafen und der Imageverlust gewesen. Und so bleibt anzumerken, es gibt immer einen kreativen Weg, die eine oder andere Klippe zu umschiffen, ob das moralisch gut oder schlecht ist in der heutigen Zeit muss jeder für sich selber entscheiden.

 

Ich hatte am Samstag Besuch von meinen lieben Freunden Doris und Markus aus Buchholz, wir haben uns auch schon über ein Jahr nicht mehr gesehen und da der Wetterbericht Sonnenschein vorhergesagt hat, beide frisch getestet waren, haben sie sich also Samstagmorgen ganz früh auf den Weg nach Laboe gemacht.

Was für ein schöner Tag mit Lachen, Fröhlichsein und gutem Essen, fast wie in alten Zeiten, blendet man die Corona-Beschränkungen einmal aus.


Was mir besonders in Erinnerung geblieben ist als wir nach einem gemeinsamen Frühstück durch die Reventloustraße Richtung Strand gingen waren die leuchtenden Augen von Doris und ihr Ausruf: „Whow, hier haben ja alle Geschäfte geöffnet, hurra, ich kann shoppen!!!“ und schon war sie zwischen den Kleiderständern vor den Läden in der Reventloustraße und der Promenade verschwunden.


Ja, das geht tatsächlich hier in Laboe und deshalb ist das für uns Einheimische ganz normal. In Niedersachsen sieht das anders aus, oft funktioniert das Einkaufen nur per Click & Meet, also per Terminvereinbarung oder per Click & Collect, im Internet bestellen und Ware im Geschäft abholen. Aber das alles ist es eben nicht, weil das unbeschwerte bummeln und stöbern einfach fehlt.


Wir sind dann den Fördewanderweg entlang bis nach Möltenort gelaufen und nach einer Pause bei Zantopps mit leckerem Eis ging es dann zurück mit dem Fördedampfer nach Laboe.


Das ist z.B. eine Sache, die vor Corona fast unmöglich gewesen wäre. Über die Feiertage bei strahlendem Sonnenschein mit dem Fördedampfer fahren?? Da habe ich mich früher immer gewundert, dass die Schiffe trotz gefühlter 700 Menschen an Bord immer noch schwimmfähig waren.


Und Samstag? Natürlich waren ein paar Menschen an Bord, aber das entsprach der normalen Auslastung in der Woche. Alle hielten Abstand und Maskenmuffel gab es auch keine an Bord. Jedenfalls haben wir diese kleine Kreuzfahrt sehr genossen. Die nächsten Stationen in Laboe waren das das MoccaFee und abends haben wir uns vom Griechen unter mir etwas zu Essen an die Haustür bringen lassen.


Und so ging ein wunderschöner Tag zu Ende. Endlich einmal wieder mit lieben Freunden um die Häuser ziehen, für einen Tag den ganzen Corona-Mist vergessen. Auch wenn es uns hier in Schleswig-Holstein ja noch sehr gut geht, irgendwie nervt das ganze totale Missmanagement der Regierung nur noch und bei solchen Gelegenheiten merke ich dann sehr deutlich, wie sehr mir die fehlenden persönlichen Kontakte zu meiner Familie und meinen Freunden fehlen.


Ab Sonntag ging es dann bergab mit dem Wetter, es wurde kälter und windiger. Und aufgrund der sich verschlechternden Wetterlage startete der Hoffnungsflieger des Kirchenkreises Plön-Segeberg schon eine Stunde früher als geplant und musste dann aber gegen 15 Uhr seinen Rundflug wegen des starken Windes vorzeitig abbrechen.


Für die die kleine rote Piper PA-12 mit ihrem 125 PS Boxermotor alleine wäre das sicherlich kein Problem, aber das 35 Meter lange Banner im Schlepptau mit dem in diesem Jahr etwas abgewandelten Spruch: "Ostern - Glaube, Hoffnung, Leben" war dann doch zu gefährlich für die kleine Maschine, da bestand die Gefahr, dass eine starke Windböe das Gespann vom Himmel holt. Und so musste die Aktion dann um 15:15 Uhr leider abgebrochen werden, daher konnten auch nicht mehr alle Orte wie geplant angeflogen werden.


Laboe wurde aber noch überflogen, der Hoffnungsflieger war gegen 13:30 Uhr am grauen Himmel sichtbar. Er kam aus Richtung Ostsee und flog dann eine Runde um die Laboer Anker-Gottes-Kirche. Im letzten Jahr bei strahlendem Sonnenschein, in diesem Jahr bei trübem Himmel, das spiegelt vielleicht auch so etwas die Stimmung in der Bevölkerung wider.


Das war also mein Ostern 2021 in Laboe. Schön war´s und ich denke mal, das was früher ganz selbstverständlich war, ist in der heutigen Zeit schon etwas ganz Besonderes. Und so bin ich auch sehr froh und dankbar, das ich endlich einmal wieder einen solch unbeschwerten Tag erleben durfte.


Ich wünsche eine schöne Woche, wir lesen uns dann am Freitag wieder.

Bis dahin sage ich wie immer Tschüss


Euer Ostsee-Peter

Freitag, 09. April 2021


Moin Moin aus Laboe,

 

also um es gleich mal vorweg zu nehmen, Wettertechnisch war diese Woche ja nun nicht so der Hit hier an der Küste. Grau, nasskalt, viel Wind und das Thermometer hat kaum einmal die 5 Grad Hürde geknackt, brrrrr. Aber egal, umso mehr freut man sich auf die wärmeren Tage die ja sicherlich auch bald wieder kommen werden. 

 

Berichten möchte ich heute wieder einmal über eine alteingesessene Firma in Laboe. Dazu ist mir erst jetzt nach vielen Jahren eingefallen, eigentlich könnte ich diese Serie ja einmal unter dem Motto zusammenfassen unter dem Titel: „Auf eine Tasse Kaffee bei….“ 

 

Denn viele interessante und für mich lehrreiche, aber stets fröhliche Gespräche habe ich ja schon mit Laboer Geschäftsleuten geführt und konnte so auch einmal einen Blick hinter die Kulissen werfen. 

 

Ob Restaurants oder Cafés, ob Gespräche mit unserer Hundefriseurin oder der jungen Hebamme die sich in Laboe niedergelassen hat, VHS, Schule und Gespräche in vielen Vereinen, das alles ist schon spannend. Gut in Erinnerung geblieben ist mir z.B. das Gespräch mit Familie Sindt im vergangenen Jahr anlässlich der Neueröffnung ihres Bestattungsinstitutes im Gewerbegebiet. Firma Sindt hatte 2012 auch die Bestattung von Renate übernommen, bis dahin hatte ich mir aber noch nie Gedanken gemacht, was überhaupt alles erforderlich ist um eine Bestattung ausführen zu können. Für mich war seinerzeit nur eine würdige Zeremonie wichtig und das ist ja auch geschehen. 

 

Nun war die Tischlerei Sindt (und zum Glück nicht die Firma Bestattungen Sindt) kurz vor Ostern noch bei mir persönlich tätig um mir durch Austausch der über 20 Jahre alten Küchenfronten und neuem Induktions-Kochfeld sozusagen eine völlig neue Küche in mein Appartement einzubauen. Wer sich also nicht gleich eine komplett neue Küche anschaffen will, kann durch den Austausch der Fronten und Erneuerung der Elektrogeräte, Arbeitsplatte usw. eine fast neue Küche zu einem wesentlich günstigeren Preis bei sehr hoher handwerklicher Qualität erwerben. Großen Dank also an Firma Sindt die meinen Oster-Braten gerettet hat und natürlich an meinen Hauswirt, der die ganze Sache gesponsort hat.

 

Die Firma über die ich heute berichten möchte und bei der ich letzten Monat zu Besuch auf eine Tasse Kaffee war, ist die Firma Baudach aus Laboe. Fast täglich sieht man ja irgendwo in Laboe eines der blauen Fahrzeuge, den Bagger und natürlich die Mitarbeiter im Einsatz, aber was genau macht denn Firma Baudach überhaupt und so habe ich dann einmal die Familie Baudach im Industriegebiet besucht. 

 

Seit nunmehr über 30 Jahren bietet die Firma H.-J. Baudach aus Laboe nun schon ihren Kunden einen Service rund um´s Haus an und wenn es die Umstände erfordern auch sogar mitten in der Nacht.

 

Und gemütlich mit der ganzen Familie am Küchentisch sitzend erinnert sich Hans-Jörg Baudach noch gut an den Beginn des Familienunternehmens, das Anfang der 1980er Jahre durch seinen Vater und dem Kauf eines gebrauchten Pritschenwagens begann. Das Fahrzeug hatte sein Vater von einer Pumpenfabrik bei einer Versteigerung günstig erwerben können.

 

Mit diesem Fahrzeug wurden zunächst einmal im Rahmen eines Nebengewerbes Umzüge, Haushaltsentrümpelungen und Kleintransporte durchgeführt. Hans-Jörg Baudach war immer mit dabei und die Kunden merkten schnell, wie gut und zuverlässig alles erledigt wurde. Und so war es kein Wunder, dass die ersten Kunden dann nachfragten, ob sie von der Firma Baudach auch Hilfe im Garten erhalten könnten, ob sie auch Düngemittel oder Torf für den Garten liefern oder auch Platten für einen Gehweg verlegen könnten.

 

Der nächste größere Schritt war dann die Errichtung einer Lagerhalle in dem neuen Gewerbegebiet am Schwanenweg. Diese Halle diente dann zunächst nur als Lagerstätte für Gartenbedarf, Futtermittel, Torf, Pflanzkartoffeln und all den Dingen, die rund ums Haus benötigt wurden. Irgendwann kam dann aber der Zeitpunkt, wo die Baudis – wie sie liebevoll in Laboe genannt werden – dann feststellen mussten, dass das nebenberuflich nicht mehr zu bewältigen sei.

 

Und so wurde dann aus dem angestellten Handwerker Hans-Jörg Baudach der selbstständige Unternehmer, die Firma firmiert seitdem unter dem Namen „H.-J. Baudach Service rund um's Haus". Erweitert wurde das Geschäft mit einem Containerdienst, ein Bagger wurde angeschafft und so wurde im Laufe der Zeit auch der Fuhrpark und die Maschinen immer wieder ergänzt, erweitert und angepasst, um für alle anfallenden Arbeiten bestens gerüstet zu sein. Und wenn im Winter die Gärten ruhen, kann man bei der Firma Baudach einen Tannenbaum kaufen, auch das gehört zum Service rund um´s Haus.

 

Ehefrau Hanna Baudach übernahm die Büroarbeiten, sie war die gute Fee im Hintergrund des Unternehmens die für den reibungslosen Ablauf in der Firma sorgte. Die Kinder wuchsen heran und was gibt es für Jungs schöneres, als mit dem Papa mal im großen LKW mitzufahren oder auch mal in einem richtigen Bagger zu sitzen.

 

Im letzten Jahr nun war es dann soweit. Sohn Lukas, der zwischenzeitlich seinen Meister gemacht hatte und seine Ehefrau Melanie übernahmen die Firma von seinen Eltern. Und während Hanna mit ihren Enkelkindern alle Hände voll zu tun hat, zieht es Hans-Jörg Baudach nach wie vor hinter das Lenkrad eines LKW´s, denn einfach still auf dem Sofa sitzen ist nun so gar nicht seine Art.

 

6 Mitarbeiter hat das Unternehmen mittlerweile und auch Lehrlinge können nun ausgebildet werden. Sohn Lukas hat in der Zwischenzeit einige Veränderungen in der Halle vorgenommen und den Fuhr- und Maschinenpark ergänzt und Ehefrau Melanie kümmert sich nun wie einst Hanna um den reibungslosen internen Ablauf.

 

Ein Schwerpunkt für die Zukunft sieht Lukas Baudach im Bereich der Pflaster- und Tiefbauarbeiten auch bei öffentlichen Ausschreibungen und damit kommen wir wieder zurück auf den Eingangssatz. Denn der letzte Nachteinsatz war im Februar, als Firma Baudach vom Wasser-Beschaffungs-Verband Panker-Giekau zu einem Wasserrohrbruch gerufen wurde um die Wasserhauptleitung freizulegen. So konnte das defekte Rohrstück noch in der Nacht ausgetauscht werden und am nächsten Morgen war die ganze Angelegenheit schon wieder erledigt.

 

Über 30 Jahre also schon leistet Firma Baudach ihren Service rund um´s Haus. Und auch für Lukas Baudach gilt der Wahlspruch den er von seinen Eltern übernommen hat: „Die Zufriedenheit der Kunden steht immer an erster Stelle“.

 

Soviel also einmal der Blick hinter die Kulissen bei der Firma Baudach. Ich habe dazu auch noch einmal zwei Bilder aus meinem Archiv herausgesucht, Hans-Jörg beim ehrenamtlichen Einsatz bei der Aufstellung des Maibaums oder Firma Baudach bei Arbeiten am Kurparkteich.

 

Bei meinen Rundgängen diese Woche ist mir wieder einmal bewusst geworden, wie sehr sich je nach Wetterlage die Farben der Ostsee verändern. Ich war mir gar nicht so sicher ob die Kamera das wirklich so einfangen kann wie das menschliche Auge das zusammen mit dem Gehirn verarbeitet, aber das tut die Kamera sehr gut. Und so sehen wir dann heute auch einmal sehr deutlich den Unterschied der Ostsee bei grauem und trübem Himmel, dann ist sie richtig grün im Gegensatz zum Sonnenschein, wo die Ostsee tiefblau erscheint. Toll, wie da die Natur da die Farben zusammenmischt.

 

Sehr gut angenommen wird mittlerweile auch unsere Corona-Teststation von Apotheker Dr. Helm im ehemaligen Café La Musica in der Schwimmhalle. Am gestrigen Donnerstagnachmittag standen da etliche Menschen in der Warteschlange um getestet zu werden.


Ein Foto ist heute auch im Album mit dem Titel: Hat Laboe jetzt einen Fernsehturm? Denn fast genauso sieht das Foto aus, dass ich am vergangenen Dienstag gegen 23:00 Uhr von meinem Balkon aus aufgenommen habe. Des Rätsels Lösung – das ist der beleuchtete Mast des Katamarans Early Bird der im Hafen liegt.

 

Eine andere Geschichte aus dem privaten Bereich, die ich normalerweise gar nicht so erwähnen würde, die ich aber doch  sehr nett finde möchte ich Euch noch erzählen. Denn meiner „kleiner“ Bruder, der seit gut 15 Jahren in Dänemark als Klempner und Installateur solo lebt und arbeitet, feiert am morgigen Samstag seinen 60. Geburtstag. Im letzten Jahr hat er ein paar Wochen vor seinem Geburtstag beschlossen, also wenn er 60 wird lädt er die ganze Familie nach Dänemark ein, er mietet ein entsprechend großes Ferienhaus, er wünscht sich von den Familien-Damen nur, dass sie „Deutsche Hausmannskost“ zu seinem Geburtstag kochen. Corona ist dann ja 2021 um die Zeit längst vergessen.

 

Da gab es natürlich letztes Jahr keinerlei Gegenargumente seitens der Familienmitglieder, aber was ist nun ein Jahr später im April 2021? Corona wütet heftiger als je zuvor, wobei mein Bruder schon vor ein paar Wochen seine Zweitimpfung in Dänemark erhalten hat und das bei freier Impfstoffauswahl. Nun steht also mein Rucksack ungepackt im Schrank, normalerweise wäre es ja heute losgegangen mit der Fahrt nach Dänemark.


Nun aber hatte mein Bruder eine andere Idee. Jedes Familienmitglied lässt sich morgen Abend auf seine Kosten ein Essen anliefern, Pizza-Service, Restaurant, Döner-Bude, Grieche, Türke, Chinese, was auch immer in den einzelnen Orten, in denen wir verstreut in Deutschland leben, verfügbar ist. Dann werden die verschiedenen Gerichte per Videochat vorgestellt und schnell erläutert bevor das Essen kalt wird. Eine tolle Idee wie ich finde, auch wenn es natürlich eine persönliche Geburtstagsfeier nicht ersetzen kann. Aber Not bzw. in dem Fall Corona macht erfinderisch, also werde ich es mir Samstagabend schmecken lassen, das ist ja wohl klar. 18:30 Uhr Ist Anpfiff, ähhhh.... anbeißen.


Und eine gute Nachricht habe ich auch noch zum Schluss…. jetzt ist es amtlich! Der nächste Sommer kommt bestimmt und das weiß ich daher so genau, weil Firma Rüder heute damit begonnen hat, die rund 500 Strandkörbe an den Strand zu fahren. Gut 2 Tage dauert so eine Aktion immer, aber wenn der letzte Strandkorb an Ort und Stelle steht, dann kommt der Sommer. Wehe nicht!!!

 

Ich wünsche ein schönes Wochenende und sage Tschüss bis Montag, der Tag an dem die Außengastronomie in Schleswig-Holstein wieder öffnen darf. Ich bin gespannt und werde berichten.

 

Liebe Grüße sendet Euch der

Ostsee-Peter