April 2016
Blick vom Ehrenmal auf Laboe

 

Hallo und herzlich Willkommen in meinem News Archiv.

 

 

April 2016

Freitag, 01. April 2016

Moin Moin aus Laboe,

 

am heutigen Freitag starten wir mal mit ganz viel Sonnenschein in den neuen Monat und es gibt zum Wochenende auch wieder eine Menge netter Geschichten aus Laboe zu erzählen, der Lesestoff soll ja schließlich für das Wochenende reichen ;-) Garniert habe ich das Ganze mit ein paar schönen Frühlingsbildern im neuen Album.

 

Wie meine treuen Leserinnen und Leser wissen, arbeite ich ehrenamtlich ja auch einmal in der Woche in unserem Rathaus-Archiv, weil ich es einfach spannend finde, etwas mehr über den Ort zu erfahren, in dem ich lebe. Was war früher, was hat sich verändert, im GRAL (Gemeinde-Rathaus-Archiv-Laboe) habe ich schon so manch interessante Geschichte, Anekdote und viele aufschlussreiche Bilder gefunden, die ich ja gerne auch ab und zu auf meine Homepage veröffentliche. Denn wenn ich mich über alte Geschichten aus Laboe freue, dann sollen sich meine Leserinnen und Leser natürlich mit mir zusammen freuen.

 

Gestern bin ich im GRAL mal wieder auf eine sehr interessante Geschichte gestoßen, von der ich gerne berichten möchte. Denn das habe ich bislang auch noch nicht gewusst und da die Technik der damaligen Zeit eine große Rolle spielte, weckte das natürlich sofort mein Interesse. Blicken wir also mal zurück.

Schlusssteinlegung Kanal

 

Und zwar auf das Jahr 1895, genauer gesagt auf den 21. Juni 1895, denn da wurde ganz feierlich und mit großer Zeremonie der Kaiser-Wilhelm-Kanal durch Kaiser Wilhelm II eröffnet. Selbstverständlich war auch die Gemahlin des Kaisers, Auguste Viktoria von Schleswig-Holstein-Sonderburg-Augustenburg anwesend.

 

Die Grundsteinlegung durch Kaiser Wilhelm I war am 03. Juni 1886 erfolgt und bis zu 8.000 Arbeiter waren bei dem 8 Jahre dauernden Bau des Kanals beschäftigt. Ganz erstaunlich aus heutiger Sicht - die veranschlagten Baukosten in Höhe von 156 Millionen Mark wurden nicht überschritten. Tja, damals hatten wir eben noch einen Kaiser ;-) Mit dem ersten Ausbau und der Erweiterung des Kanals wurde dann übrigens schon 1907 begonnen, die Erweiterungskosten betrugen ca. 237 Millionen Mark, also mehr als der Kanal gekostet hatte.

 

Anfangs standen militärische Überlegungen für den Bau des Kanals im Vordergrund, um die Schiffe der Kaiserlichen Marine schneller von der Ostsee in die Nordsee und umgekehrt verlegen zu können. Heute ist der Nord-Ostsee-Kanal (ab 1948 so benannt) bzw. Kiel Canal die meistbefahrenste Wasserstraße der Welt, soweit so gut.

 

Aber 1895 kam dann plötzlich und völlig unerwartet für die kaiserlichen Kanalbau-Ingenieure das kleine, für sie bis dahin unbekannte Ostseebad Laboe ins Spiel mit einem Problem, dass sie bei ihren umfangreichen Planungen und Berechnungen nicht berücksichtigt hatten. Nämlich die Auswirkung der plötzlich wechselnden Wasserstände vor Laboe bei Öffnung der Schleusentore in Brunsbüttel und Holtenau, denn das hatte in einigen Fällen gewaltige Auswirkungen für das kleine Laboe.

 

Wie wir wissen, gibt es in der Nordsee Ebbe und Flut, normalerweise auch damals schon sehr genau berechenbar. Unberechenbar waren aber immer die plötzlich auftretenden Sturm- und Springfluten in der Ostsee. Waren nun auf beiden Seiten die Schleusentore geöffnet, schossen plötzlich gewaltige Wassermassen durch die künstliche Wasserstraße, um sich dann ab Holtenau wie eine gewaltige Sturmflut über den Möltenorter Strand bis zum Laboer Hafen und dem anschließenden Strand zu verteilen. Dabei wurde alles vollständig überflutet, Strandkörbe wurden in Förde gespült und auf dem Strand sah es anschließend aus wie auf einem Schlachtfeld, wenn das Wasser nach ein paar Stunden wieder abgeflossen war. Davon zeugen auch noch ein paar alte Fotos.

 

Es musste also dringend etwas geschehen, denn die Kur- und Badegäste erwarteten natürlich zu recht einen einigermaßen gleichbleibenden Wasserstand und wollten auch nicht in einer Springflut baden. Das ruhige und gleichbleibende Wasser war es doch, mit der die Ostsee stets beworben wurde. Und dann passierte nach der Eröffnung des Kanals sowas! Daher verbrachten immer mehr Urlauber ihre Ferien in Badeorten, die weiter entfernt vom Kaiser-Wilhelm-Kanal lagen. Die ausbleibenden Gäste und somit die fehlenden Einnahmen waren damals ein riesiges Problem für das kleine Laboe, dass gerade erst so langsam als Badeort an Bedeutung gewann.

 

Doch was tun? Die Ingenieure des Kaisers waren zum Glück pfiffige Kerlchen, die ihren Fehler natürlich umgehend revidieren wollten. Und daher hatten sie schnell eine simple, geniale und zudem noch preisgünstige Idee, wie sie dieses Problem mit dem urplötzlichen Hochwasser vor Laboe in den Griff kriegen wollten.

der Stöpsel

Sie bohrten nämlich einfach bei Neu Stein, also etwas außerhalb des Laboer Strandes, einen ca. 100 Meter tiefen Schacht und verschlossen diesen mit einem meterdicken und tonnenschweren Steindeckel, der oben eine stabile Metallöse besaß. Hieß es nun am Laboer Strand „Land unter“ konnte ein in der Nähe in Bereitschaft liegendes Dampfschiff mit einem Kran diesen Deckel anheben und es passierte genau das, was in einer Badewanne auch passiert wenn man den Stöpsel zieht – das Wasser fließt sehr schnell ab. Nach kurzer Zeit war der Laboer Strand ohne größere Schäden wieder trocken gelegt und der „Stöpsel“ wurde wieder aufgesetzt.

 

Noch heute kann man Reste der Kaiserlichen Entwässerungsanlage sehen, wenn man aufmerksam am Ufer bei Neu-Stein spazieren geht. Von Laboe aus gesehen noch vor dem Beginn der Steilküste ragt der große Steindeckel oder auch „Stöpsel“ für den einstigen Schacht noch immer gut sichtbar aus dem Wasser. Der Schacht selber ist aber völlig versandet und dank moderner Technik im Kanal braucht man ihn ja auch schon lange nicht mehr, denn das Laboer Überschwemmungsproblem wurde mit dem ersten Umbau des Kanals 1907 gleich mit behoben.

 

Eine ältere Laboerin erzählte mir dazu, dass ihre Oma ihr als kleines Kind immer gesagt hätte, dieser Schacht sei so tief, dass er am anderen Ende der Welt wieder herauskäme und sich die Menschen im heißen Afrika immer über das Wasser aus Laboe gefreut hätten. Tja, da hat die Oma ihrem Enkelkind aber einen tüchtigen Bären aufgebunden :-) Aber wahrscheinlich war sie ein Fan von Jules Verne und hatte „Die Reise zum Mittelpunkt der Erde“ gelesen.

 

So, das also mal eine wieder eine, wie ich finde, nette und technisch interessante Begebenheit aus der Laboer Geschichte. Schaut Euch gerne mal Reste dieser kaiserlichen Anlage kurz hinter Laboe im Original an, mit diesem Hintergrundwissen sieht man die Dinge plötzlich mit ganz anderen Augen, oder?

Kommen wir aber nun mal zum Heute. Da schaue ich doch gerade in meinen Kalender, über welche Wochenendveranstaltungen ich noch nicht berichtet habe.

Und da wurde ich dann doch sehr stutzig als ich lesen musste: 02. April – 20:00 Uhr – Lachmöwentheater.

Zuschauerraum Lachmöwen-Theater

Aber dann fiel es mir wieder ein – na klar, es gibt tatsächlich am 2. April eine Gastpielaufführung im Lachmöwen-Theater ohne die Lachmöwen-Schauspieler auf der Bühne und dafür habe ich gefühlt auch schon seit Jahren die die Eintrittskarten. War mir jetzt völlig aus dem Kopp.

 

Das plattdeutsche Stück heißt: „Mien Mann will mehr“ mit Birgit Bockmann und Jürgen Goldkamp. Birgit Bockmann ist den Lachmöwen-Besuchern ja auch als Regisseurin bekannt, nun also auch als Schauspielerin einmal selber auf der Bühne zu sehen. Kurz zum Inhalt: Wieder einmal will Anna sich umbringen, denn die Affären ihres Mannes erträgt sie schon lang nicht mehr. Der nutzt jede Gelegenheit zum Seitensprung und propagiert die Vorzüge einer offenen Beziehung. Der perfekte Männertraum, mit einer treusorgenden Ehefrau im Hintergrund, für die er vor allem "Respekt" empfindet, während er sich nebenher mit anderen Frauen vergnügt. Doch das findet ein jähes Ende, als Anna plötzlich den Spieß umdreht und sich einen jungen Liebhaber zulegt. Passt das ihrem so offenen Ehemann? Oder gehen die Probleme los?

 

Wir dürfen also gespannt sein, ob und wie sich diese Problematik auf der Bühne läsen wird. Ich habe mal eben nachgeschaut im Online-Vorverkauf. So richtig war nur noch eine Karte frei, aber es waren noch ein paar Plätz vorgemerkt aber nicht fest gebucht, man könnte also noch Glück haben an der Abendkasse.

 

Dann haben sich vielleicht schon ein paar Urlauber über die Unterschriftenzettel gewundert, die in vielen Geschäften oder Restaurants ausliegen. Es geht dabei um den Erhalt der Laboer Polizeiwache, die ja eigentlich schon laut dem Innenminister im letzten Jahr geschlossen werden sollte. Aber gerade die Einbruchdiebstähle Ende März, der Überfall auf die Sparkasse in der Reventloustrasse vor ein paar Tagen sprechen deutliche Worte gegen eine Schließung. Denn schließlich geht es um unserer aller Sicherheit, Bewohner, Urlauber und Gäste..

 

Im Gegensatz zu einem Bürgerentscheid können bei dieser Aktion auch alle Urlauber teilnehmen und so für den Erhalt der Polizeistation in Laboe stimmen. Ich bin ja im Allgemeinen sehr zurückhaltend mit der Veröffentlichung von Pressetexten der Laboer Parteien, da meine Leserinnen und Leser in der Ferne ja etwas über unseren schönen Ort und nicht über die Laboer Politik erfahren möchten. Den nachstehenden Text der LWG veröffentliche deshalb, weil er sehr gut die momentane Situation in Laboe in Bezug auf die Polizeiwache wiedergibt:

 

„Nach den Vorfällen Beginn letzter Woche wird wieder einmal deutlich, wie wichtig es ist, eine ständig besetzte Polizeistation in Laboe zu haben.

Rund fünftausend Einwohner und hunderttausende Besucher haben ein Sicherheitsbedürfnis, das es zu schützen gilt. Gerade im Hinblick auf die Ankündigungen der Landesregierung (500 neue Polizeistellen zu schaffen. Anm. der Red.) ist es nicht nachzuvollziehen, dass die Pläne, die Laboer Polizeistation zu schließen, immer noch Bestand haben.

In Heikendorf und in Schönberg müssen Gelder für die Unterbringung der Polizei seitens des Landes in die Hand genommen werden, obwohl in Laboe das Gebäude der Polizei schon jetzt den Platz und die Ausstattung bietet, der für die eine ständige Besetzung der Station notwendig ist.

Seit Anfang der Woche liegen in verschiedenen Geschäften, der Gastronomie und Betrieben Unterschriftenlisten aus. Wir hoffen, dass alle Laboer und unsere Gäste mit Ihrer Unterschrift deutlich machen, dass die Polizeistation ein unverzichtbarer Teil unserer Dorfgemeinschaft darstellt.

Es ist für Mitte/Ende April geplant, den Innenminister des Landes nach Laboe einzuladen und ihm den Wunsch Laboes nochmal ans Herz zu legen“.

 

Nächstes Thema. Am Samstag heißt es im Kurpark wieder „Hacken, Harken, Fegen“. Außer dem Wunsch, einmal selber Hand an zu legen um den Kurpark auch weiterhin zu einem Aushängeschild in Laboe zu machen, benötigt man nur gute Laune und ein paar Handschuhe. Für Speis und Trank ist gesorgt, ob aber der am Donnerstag angelieferte Super.Mega-Grill schon zu seinem ersten Einsatz kommt weiß ich nicht, ich weiß aber, dass es nach getaner Arbeit immer sehr lecker bei den Kurparkfreunden ist.

 

Am Sonntag hat auch die Mühle wieder einmal geöffnet, es ist wieder Flohmarkt-Time. Auch wenn ich persönlich da nicht so recht etwas finde für mich – die Erbsensuppe und die Torten finde ich immer auf Anhieb. Ich meine, bevor das in schlechte Hände kommt….. und einen schönen Blick über die Förde hat man hoch oben von der Mühle auch.

 

So, das war heute wieder mal eine ganze Menge zu lesen, aber wie am Anfang schon geschrieben, das soll ja auch fürs ganze Wochenende reichen. Ich wünsche sonnige Stunden, wir lesen uns dann Montag in aller Frische wieder.

 

Euer Ostsee-Peter

 

Montag, 04. April 2016

 

Moin Moin aus Laboe,

 

ein abwechslungsreiches und interessantes „Männerwochenende“ liegt hinter mir, mein Sohn Kevin hatte sich kurzfristig für das sonnige Wochenende angemeldet, diesmal ohne meine Tochter mit Enkelkindern, einfach mal Vater und Sohn alleine, war ganz toll.

Kaiser Wilhelm II

Aber zunächst erst einmal eine kleine Erläuterung zu der Sache vom Freitag mit dem Kaiser-Wilhelm-Kanal. Vielen Dank für die vielen Mails und auch die Gästebucheinträge oder die Gespräche im Ort, wo mich die Menschen darauf angesprochen haben. Also ganz so leicht lassen sich meine Leserinnen und Leser ja nun doch nicht an der Nase herumführen, alle, die mir geschrieben haben oder mit denen ich gesprochen habe, hatten die Geschichte natürlich einigermaßen durchschaut, obwohl anscheinend doch bei dem einen oder andern noch ein kleiner Restzweifel bestand.

 

Daher gestehe ich: Die Sache mit der Überflutung des Laboer Strandes durch den Kaiser-Wilhelm-Kanalb war natürlich ein Aprilscherz, die Kaiserlichen Ingenieure waren nämlich in der Tat pfiffige Kerlchen. Rein technisch sind solche Wassermassen im Kanal auch gar nicht möglich, wo sollen die herkommen und dann müssten wir vor Heikendorf einen großen Schiffsfriedhof haben, denn alle Schiffe würden in dem Fall ja entweder schon im Kanal havarieren oder mit Karacho aus dem Kanal katapultiert und an Land gespült werden.

 

Die Idee zu diesem kleinen Aprilscherz ist sozusagen mehrstufig entstanden. Als erstes hatte ich bei meinem letzten Spaziergang vor gut einer Woche Richtung Stein im Wasser diesen komischen Deckel/Stöpsel im Wasser gesehen. Ich habe aber ehrlich gesagt bis heute keine Ahnung, wozu er dient. Also hab ich ihn erst mal fotografiert ohne recht zu wissen, was ich mit dem Foto einmal anfangen kann. Im Rathaus-Archiv hatte ich die letzten Male dann tatsächlich mit dem Nord-Ostseekanal und den Sturmfluten zu tun, die Sturmflutbilder stammen übrigens aus den Jahren 1957 und 1960. Irgendwann hat es dann „klick“ gemacht und so wurde dann die Kaiser-Wilhelm-Kanal-Story draus.

 

Wobei alle Daten und Angaben rund um den Kanal natürlich stimmen, nur der Stöpsel und der Schacht nach Afrika laut der Oma ist meiner blühenden Fantasie entsprungen.

 

Ich hoffe, ihr hattet etwas Spaß an der Geschichte. Denn das dauert dann ja doch immer seine Zeit, bis ich aus der ersten Idee so eine Story zusammen gebastelt habe mit allen Fakten und Bildern. Aber ganz ehrlich, mir hat das auch ganz viel Spaß gemacht und ich musste oft selber über meine Geschichte schmunzeln.

 

Nun starten wir aber mal durch. Es gab am Wochenende ja eine Menge zu gucken, los ging es am Sonnabend mit der Vernissage im Freya-Frahm-Haus, Monika Krömer aus Laboe stellte ihre Bilder unter dem Motto „Windrichtung“ vor.

 

von li nach re: Karin Nickenig, Monika Krömer, Elke Samtleben-Garry

Begrüßt wurden die zahlreich erschienen Gäste von unserer ehemaligen Bürgermeisterin Karin Nickenig, die noch einmal im Namen des Fördervereins einen kleinen Rückblick zur Entstehungsgeschichte des Freya-Frahm-Hauses als Begegnungsstätte für Menschen und als Haus der Kultur hielt. Nachdem das Haus ja seit Anfang des Jahres komplett genutzt werden kann, haben schon ganz viele und sehr unterschiedliche Veranstaltungen stattgefunden, in der sonst eher ruhigen und „kunstlosen“ Zeit in Laboe ist das eine sehr schöne Bereicherung.

 

Die Laudatio hielt Frau Elke Samtleben-Garry, eine langjährige Freundin der Künstlerin, und sie verstand es in ihrer Rede sehr schön, nicht nur die Malerin Monika Krömer vorzustellen, sondern auch den Menschen Monika Krömer auf humorvolle Art darzustellen. Begonnen hatte es bei Monika Krömer in den 70-er Jahren mit Keramikarbeiten und Ausstellungen in Wedel/Holstein, sie war Mitinhaberin eines Kunstgewerbeladens, veranstaltete Töpferkurse für Kinder, war Vorstandsmitglied im Kulturforum in Wedel und lebt seit 1997 an der Ostsee. So richtig los mit der Malerei ging es 2004 und es sind natürlich hauptsächlich die maritimen Motive, die sie faszinieren.

Die Werft vom Monika Krömer

 

Ab und zu hat Monika Krömer auch immer mal ein paar künstlerische Schlenker gemacht, mal mehr oder weniger abstrakt – aber für mich bestand nur bei ihrem „ Märchenbild“ etwas Erklärungsbedarf, aber nachdem mir die Künstlerin dann auf die Sprünge geholfen hatte, war es dann auch für klar erkennbar. Was mir auf den ersten Blick vielleicht entgangen wäre, zeigte mir Monika Krämer dann auch in der oberen Etage.

Denn wenn man sich mit dem richtigen Abstand so hinstellt, dass man in beide Räume gleichzeitig schauen kann, erkennt man, dass in zwei verschiedenen Räumen zwar unterschiedliche Bilder hängen, die aber letztendlich zusammen gehören. Ganz toll gemacht, das klappt aus beiden Richtungen, bei den Bildern im Album kann man das schön erkennen.

 

Diese farbenfrohe Ausstellung ist noch bis zum 17. April zu sehen, geöffnet ist sie Donnerstag und Freitag von 15 – 18 Uhr und Sonnabend und Sonntag von 11 – 18 Uhr, der Eintritt ist frei.

 

Am Abend ging es dann auf in´s Lachmöwen-Theater, „Mien Mann will mehr“ hieß das 2-Personenstück mit Birgit Bockmann und Jürgen Goldkamp. Es war eine Komödie von Franca Rame und Dario Fo, die Birgit Bockmann persönlich ins Niederdeutsche übersetzt hat.

 

Aber der Begriff Komödie trifft es vielleicht nicht so ganz, das wäre zu wenig. Wobei - gelacht wurde zwar ganz viel und reichlich, aber es ging eben auch um mehr. Das Publikum wurde in die Dialoge der beiden Schauspieler mit eingebunden, konnte sich mal in die Gedankengänge von Anna oder Ben hineinversetzen.

 

Ben verheimlicht nämlich nicht seine sexuellen Abenteuer mit seiner Geliebten vor seiner Ehefrau Anna, die tief verletzt ist und schon mehrere, fantasievolle Selbstmordversuche versucht hat, die alle aber noch im letzten Moment verhindert werden konnten. Als Ben den Vorschlag macht, eine offene Zweierbeziehung zu führen, so dass auch Anna tun und lassen kann was sie möchte, kommt ihr eine zündende Idee. Anna findet ihren jungen, erotischen Nobelpreisanwärter, der nebenbei auch noch Rockmusiker ist. Stolz erzählt sie ihrem Mann von ihrem neuen Liebhaber. Anna blüht förmlich auf, treibt jede Menge Sport – also diese Übungen auf der Bühne, alle Achtung, da hab ich ja schon beim Zuschauen geschwitzt. Aber nun nimmt das Drama seinen Lauf, denn mit einem Liebhaber für seine Frau hatte Ben nicht gerechnet. Und so will er erst Anna ermorden und anschließend sich selber das Leben nehmen um damit alles zu zerstören, was ihm so wichtig und wertvoll erschien. Was Ben allerdings nicht weiß, Annas Liebhaber existiert nur in ihrem Kopf.

 

Wir sehen schon an dieser Kurzbeschreibung, es war nicht nur Komödie, es war ein Stück aus der heutigen Zeit mit durchaus realem Hintergrund. Das Schöne an plattdeutschen Stücken ist aber ja, dass selbst das größte Drama auf „platt“ eben doch nicht so ein ganz großes Drama auf der Bühne ist, sondern auch ernste Szenen zum schmunzeln verleiten. Es war wieder ein toller Abend mit viel Applaus für die beiden Schauspieler. Und in der Schlussszene hatte sogar noch die Original-Lachmöwe Jan Steffen einen Kurzauftritt mit einer Kiste Bier in der Hand. Hat ungefähr 30 Sekunden gedauert, schnacken brauchte er auch nix, das war wahrscheinlich der kürzestes Auftritt seines Lebens bei den Lachmöwen.

 

Am Sonntag war dann ja noch Flohmarkt in der Mühle, mein Sohn und ich haben uns dann aber eher für die reichhaltige Erbsensuppe und die Torten interessiert und die schöne Aussicht genossen. Jetzt wo die Anlage „Portland Laboe“ fertig gestellt ist kann man sagen, dass der Blick von der Mühle auf die Ostsee zum Glück noch immer besteht.

 

Dann habe ich noch einen Hinweis für Eltern mit Kindern, egal ob Urlauber oder Einheimische: Der Turnverein-Laboe und Förderverein Hallenbad Laboe veranstalten für Kinder und Jugendliche in den Osterferien wieder eine Tobestunde in der Schwimmhalle.

Nach dem großen Erfolg der Tobestunden im letzten Jahr, dürfen sich alle kleinen Wasserratten am Donnerstag, dem 07. April von 16:00 - 18:00 Uhr nach Herzenslust im Wasser austoben. Der Eintritt ist kostenlos

Voraussetzung für die Teilnahme ist mindestens das Seepferdchen Schwimmabzeichen.

 

So, das war es einmal für den Wochenanfang. Ich wünsche allen Leserinnen und Lesern ein guten Start in die Woche und sende liebe Grüße aus dem 20 Grad heißen Laboe, sind ja schon fast subtropische Temperaturen hier – wie schöööön.

 

Mittwoch, 06. April 2016

 

Moin Moin aus Laboe,

 

nach einem Gruselwettertag am Dienstag habe ich es heute dann endlich mal geschafft, trockenen Fußes durch Laboe zu kommen. Die Kiter haben sich gefreut, Wind mit Stärke 7 aus SW, da müssen die Jungs und Mädels raus auf´s Wasser, auch wenn die Ostsee im Moment erst 6,7 Grad warm ist.

 

neue Ufergestaltung

Nach dem ersten Harken, Hacken, Fegen-Einsatz am vergangenen Sonnabend erstrahlt der Kurpark nun in einem kräftigen gelb/grün Ton. Die Beete sind befreit vom Lauf und erfreuen wieder die Besucher des Parks.

 

Reichlich Manpower war am Teich erforderlich, denn im Bereich des Wassereinlaufs wird die Uferböschung neu gestaltet. Große und schwere Steine wurden bewegt und so ganz nebenbei auch das Schilf zurückgeschnitten. Nun kann der Frühling aber wirklich kommen, nach Möglichkeit auch mal länger als nur einen Tag……

 

Ich weiß gar nicht, ob ich das schon einmal berichtet hatte, (ansonsten: doppelt hält besser) aber die Freunde des Kurparks kann man in Laboe nicht nur "live“ bei ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit antreffen sondern mittlerweile ist auch der Kurpark im Internet präsent. Einmal mit einer eigenen HOMEPAGE und auch auf FACEBOOK kann man mal den Daumen heben.

 

Vormerken sollten sich die Freunde Französischer Chansons schon einmal den kommenden Sonntag, den 10. April, 19:00 Uhr. Denn dann tritt das Trio Pléiade aus der Normandie im Freya-Frahm-Haus auf. Neben Chansons werden aber auch Folksongs und alte Rockklassiker zu hören sein. Der Vorverkauf läuft, Karten gibt es wie immer im „Magica“ in der Parkstrasse 1, Erwachsene zahlen 10,00 €, Schüler und Studenten 8,00 €. Sofern noch vorhanden, gibt es Karten für 12,00 € bzw. 10,00 € auch an der Abendkasse. Freuen wir uns also schon auf Manuela, Thomas und Pierrot am kommenden Sonntag im Freya Frahm Haus.

 

So, das war es für den Wochenteiler Mittwoch, das Wetter im Norden bleibt wechselhaft die nächsten Tage, daher also die Regenkleidung immer griffbereit haben.

 

Liebe Grüße aus Laboe sendet Euch der

Ostsee-Peter

 

Freitag, 08. April 2016

 

Moin Moin aus Laboe,

 

die 14. Woche des Jahres haben wir nun auch schon fast wieder geschafft. Auch Wenn das Wetter noch nicht so richtig Frühlingsgefühle aufkommen lässt, bei uns in der Anlage „Fördeblick“ blühen die Japanischen Zierkirschen wieder ganz wunderbar, das ist jedes Jahr immer ein toller Anblick.

 

Als ich dann am Vormittag aus dem Haus ging, standen da plötzlich gewaltig große Betonfertigteile auf dem Parkplatz. Nanu? Soll etwa mein Appartement erweitert werden in dem von außen noch ein Zimmer angehängt wird? Auf meine Rückfrage hin erfuhr ich dann aber: wird leider nichts mit dem angehängten Zimmer, mit den Betonteilen werden die Kellerabgänge hinter dem Haus saniert. Ach soooo….. naja, nun wissen wir das jedenfalls auch.

 

Im Hafen werden nach und nach die Boote zu Wasser gelassen und die verschiedenen Segelvereine starten mit ihren traditionellen „Ansegeln“ in die neue Saison. Bei den Ole Schippn wird das z.B. am 23. April sein und am 24. April startet dann auch schon der 1. Kindertörn auf der „de Albertha“. Auf der „de Albertha“ gab es übrigens einen Eignerwechsel.

MS Baltica aus Rostock vor Laboe

Viele haben die beiden jungen Skipper Arne und Sabrina ja sicherlich schon mal gesehen auf ihrem schönen alten Frachtensegler, wenn er im Hafen liegt oder sind sogar schon einmal mitgesegelt, kräftige Schwertkurbler werden ja immer gesucht ;-)

 

 

Aber vor 2 Jahren hat etwas das Leben von Arne und Sabrina ganz gewaltig durcheinander gebracht. Dieses „etwas“ heißt Lyana und nun ist die Lütte auch schon 2 Jahre alt, es warten also neue und spannende Aufgaben auf Sabrina und Arne. Das Schiff haben Lotta und Dick übernommen, beide kennen das Schiff schon lange Zeit, sind ebenfalls OSL-Mitglieder und statt Lyana gibt es nun in Zukunft einen richtigen Bordhund auf der „de Albertha“.

 

Wo wir gerade bei den Schiffen sind.

 

Heute sehen wir im Album ein Foto von den zwei Orangen vor Laboe und dann schwamm auf der Förde noch ein offensichtlich älteres Bäderschiff vorbei, ich erst mal schnell noch vom Balkon aus ein Foto geschossen und dann den Vesseltracker bemüht. Es war die MS Baltica, Baujahr 1959, die eigentlich in Rostock-Warnemünde zu Hause ist.

 

Und dann fiel es mir auch wieder ein: Das Schiff habe ich in Warnemünde im Hafen liegen sehen, vielleicht haben wir sogar damals auf der Baltica eine Hafenrundfahrt gemacht, das weiß ich nicht mehr so genau. Aber ich kann mich noch sehr gut daran erinnern, dass die Baltica 400 verschiedene Sorten Whisky und Rum an Bord hat und man sie daher als größten schwimmenden Whiskyladen in der Region bezeichnet.

 

Die Fußballfans in Laboe wissen es ja sowieso, wer sonst mal ein Fußballspiel sehen möchte, wo statt für viel Geld noch mit Herz gekämpft wird, dem empfehle ich am Sonnabend das Spiel VfR Laboe : SVE Comet Kiel. Anpfiff ist um 15:00 Uhr auf dem Stoschplatz. Und musikalisch können wir uns dann am Sonntag um 19.00 Uhr auf das „Trio Pléiade“ im Freya Frahm Haus freuen ich hatte ja berichtet.

 

So, das war es wieder für diese Woche. Hoffen wir, dass sich die Sonne mal etwas öfter blicken lässt am Wochenende.

 

Ich sende ganz liebe Grüße aus Laboe und verbleibe bis Montag in aller Frische

Euer Ostsee-Peter

 

Montag, 11. April 2016

 

Moin Moin aus Laboe,

 

und durchweg sonniges Wochenende liegt hinter uns in Laboe und auch am heutigen Montag war so ein tolles Wetter. Zum Glück wurde ich gefühlt mitten in der Nacht durch lautes Gelärme vor meinem Fenster geweckt, Baumaschinen und Geräte wurden abgeladen und voller Elan begannen die Bauarbeiter mit dem Ausschachten des Kellerabgangs. Also normalerweise kann mich der frühe Vogel ja mal, aber heute lud das zu einem langen Spaziergang ein, von dem ich Mittwoch berichten werde. Denn nun ist erst einmal das Wochenende dran, da gibt es so einiges zu berichten.

 

Starten wir mit dem Sonnabendabend, was sich nun sehr komisch anhört, aber auf vielfachen Wunsch eines einzelnen, sehr bekannten Herrn aus Laboe soll ich immer Sonnabend statt Samstag schreiben, das tut man hier so, erzählt er mir immer. Aber nu ma Butter bei die Fische Kalli, dat geiht nich so. Daher noch mal:

 

RoRa von den Ole Schippn am Grill

Starten wir mit dem Samstagabend….jaaaa… so klingt es gut. Da führte mich mein Abendspaziergang durch den Hafen, als plötzlich meine Nasenflügel zu vibrieren begannen. Bratwurst? Fleisch? Normalerweise nicht übliche Gerüche an dieser Stelle vor der Fischküche, wo es ja eigentlich nach frischem Fisch duften sollte. Ich also sofort Witterung aufgenommen und kurze Zeit später hatte ich das Ziel erreicht, es war das Vereinsheim der „Ole Schippn“. Und da fiel es mir dann auch wieder ein – ach ja, ich war ja eingeladen ;-)

 

Es gibt da ja so ein paar sehr schöne Rituale in diesem fröhlichen und lebendigen Verein, Angrillen, Abgrillen, Ansegeln, Absegeln und zwischendurch immer irgendwelche schönen Feste und Veranstaltungen. Alles immer ganz locker und völlig unkompliziert, das macht Spaß. Begrüßt wurden die Anwesenden von dem neuen 2. Vorsitzenden des Vereins, Friedel Reker, am Grill Rolf Rathje persönlich, aber in Laboe kennt man ihn nur als RoRa. Die Vereinsfrauen hatten sich selber übertroffen mit ihren köstlichen Salaten, ach war das ein herrliches Geschmause, dazu ordentlich Bier und Brause, da wollte keiner so schnell nach Hause. Es war wieder einmal ein toller Abend bei den Ole Schippn, im wahrsten Sinne des Wortes ganz nach meinem Geschmack.

 

Was den Mitgliedern vom Verein im Moment Kopfzerbrechen bereitet ist die Tatsache, dass die Zuschüsse aus Kiel für die Fahrten mit den Schülerinnen und Schülern zum Grundschulabschluss ersatzlos gestrichen wurden. Der Verein tut ja alles Mögliche, um die Fahrten auch weiterhin zu ermöglichen. Aber es fehlen nun jedes Jahr 3.500 €, in diesem Jahr ist die Summe noch einmal durch großzügige Spenden von Geschäfts- und Privatleuten zusammen gekommen, aber wie und ob es mit diesen für die Kinder so wertvollen Segeltörns weitergehen wird, ist zurzeit noch ungewiss. Hoffen wir das Beste für die Laboer Kinder.

 

Der Sonntagabend stand dann im Zeichen der Kultur, das Trio Pléiade aus der Normandie trat im Freya-Frahm-Haus auf. Da wollte ich mich einfach mal überraschen lassen und war sehr gespannt auf das Trio. Nach den Begrüßungsworten von Karin Nickenig musste ich dann aber doch schmunzeln, als der Gitarrist Thomas seine Band vorstellte. Er tat das nämlich in aller Gemütsruhe auf echt pfälzerisch. Und so erzählte Thomas Göller den Zuschauern, dass er seine Frau Manuela in der Pfalz kennengelernt habe, mittlerweile lebt er aber schon seit gut 15 Jahren in der Normandie, da Manuela von dort stammt. Der Dritte im Bunde ist Pierre Boyer aus Paris, der mittlerweile aber auch in der Normandie lebt. Doch es gibt auch Verbindungen nach Heikendorf und so kamen die Laboer und ihre Gäste also in den Genuss eines Auftritts von Trio Pléiade.

 

Trio Pléiade

Tja, und dann ging es los. Ein bunter Melodien-Mix, der neben bekannten Chansons von Gilbert Becaud, Jaques Brel oder Adamo auch eigene Kompositionen enthielt. Aber auch andere Stilrichtungen, wie z.B. Keltische Musik, Rock und Klassikstücke waren zu hören, da war wirklich für jeden Geschmack etwas dabei und die Zuhörer waren völlig begeistert.

 

Frontsängerin Manuela schaffte es sofort, den Funken zum Publikum überspringen zu lassen, ihre tiefe Stimme passte daher z.B. auch sehr gut zu dem Lied „Nathalie“ von Gilbert Becaud, dass sie natürlich auch in französischer Sprache vortrug.

 

Sprachlos hat mich Akkordeonspieler Pierre gemacht. Also der Mann war ja Weltklasse, sowas habe ich noch nicht gesehen. Diesmal habe ich auch genauer auf das Instrument geachtet, es war ein elektronisches Akkordeon der Firma Roland, Modell FR-3xB. Normalerweise sind bei dem Instrument für die rechte Hand 37 Tasten, in der Version 3xB befinden sich aber an der Stelle 92 Knöpfe, die 120 Bass-Knöpfe für die linke Hand sind dann aber wieder bei beiden Instrumenten gleich.

 

Aber wie Pierre nun auf bzw. mit diesen 92 Knöpfen gespielt hat, das war einfach virtuos. Natürlich lassen sich mit einem elektronischen Akkordeon ähnlich wie bei einem Keyboard ja ganz unterschiedliche Sounds einstellen, aber das ändert natürlich nichts daran, dass mit der einen Hand 92 Knöpfe und mit der anderen Hand 120 Knöpfe richtig gedrückt werden wollen. Also sagenhaft, da bin ich immer noch ganz begeistert.

 

Manuela erzählte mir dann in der Pause mit ihrem niedlichen französischen Dialekt, dass Pierre schon seit seinem 4. Lebensjahr Akkordeon spielt. Noten braucht er auch keine mehr, die hat er im Kopf, er spielt einfach. Und wie, also das war schon super. Es war ein wunderschöner Abend, einen traumhaften Sonnenuntergang gab es gratis dazu. Ein Abend, der sich absolut gelohnt hat. Hoffen wir, dass wir das Trio Pléiade noch öfters einmal in Laboe begrüßen dürfen.

 

So, das soll es für den Wochenenfang gewesen sein. Ich wünsche weiterhin gesunde, erfolgreiche und schöne Tage. Wir lesen uns am Mittwoch wieder. Bis dahin sagt Tschüss

Euer Ostsee-Peter

 

Mittwoch, 13. April 2016

 

Moin Moin aus Laboe,

 

ziemlich dunstig war es am Mittwochmorgen, dazu gesellen sich dann immer noch die Staubwolken wenn die Betonfertigteile auf der Baustelle unter meinem Balkon mit der Flex passend gemacht werden, also das ist schon etwas nebulös hier im Moment.

 

Aber nach Nebel kommt auch wieder Sonnenschein oder wie das heißt, herrlichen Sonnenschein hatten wir ja auch am Montag und daher möchte ich einmal von meinem kleinen Ausflug berichten.

 

WC Anlage am alten Yachthafen imneuen Outfit

Geplant hatte ich eigentlich nur, mir an der Spitze der Baltic Bay einmal wieder den Wind um die Nase pusten zu lassen. Aber dann stand da vor der Appartementanlage an der Börn ein Auto von der „Reklamewerkstatt Laboe“, da gibt es dann ja immer was Interessantes zu gucken und zu schnacken, so auch diesmal. Denn die einst maroden sanitären Anlagen sind ja sehr schön fertig gestellt und die Reklamewerkstatt hat die großen Scheiben nun mit einer ganz speziellen Folie beklebt. Also alle Achtung, das hat was und sieht verblüffend echt aus. Denn die Motive sind gestochen scharf auf der großen Folie, wer einzelne Pixel sehen will muss schon sehr nahe herantreten.

 

Nun ist das ganze Bild aber nicht nur auf einer durchgängige Glasscheiben verklebt, sondern wird durch Tür- und Fensterrahmen unterbrochen. Und so war das Anbringen der Folie sicherlich eine kleine Meisterleistung, denn da ist bei den einzelnen Bildteilen, die zusammen gehören nichts versetzt oder es stimmt nur so ungefähr, nein, es passt alles auf den Millimeter genau trotz Rahmen dazwischen. Tolle Arbeit und auf jeden Fall mal einen Hingucker wert, wenn man Richtung Fördewanderweg geht.

 

Dahin trieb es mich dann auch bei dem herrlichen Sonnenschein und frei nach dem Motto: jeder Gang macht schlank, habe ich mich dann mal wieder auf den Weg zum U-Boot-Denkmal in Möltenort gemacht. Eine schöne Strecke, die durch dichte Wälder führt, vorbei am Marine-Arsenal (Sperrgebiet) aber fast immer ist ein Blick auf die Kieler Förde möglich. Ob zu Fuß, per Fahrrad oder mit Kinderwagen, die knapp 5 km bis zum U-Boot-Denkmal schafft man bequem in einer Stunde. Jogger und Fahrradfahrer die man reichlich trifft, sind natürlich etwas schneller. Interesse geweckt hat die Baustelle des Schmutzwasserkanals unter der Förde durch von Heikendorf nach Friedrichsort.

 

 

Nun ist der 1. April ja leider schon gerade vorbei, aber wäre es nicht vorstellbar, gleich noch einen zweiten Tunnel daneben zu bohren, der dann als Fußgängertunnel die beiden Orte miteinander verbindet? Statt 1,80 Meter Durchmesser dann 2,50 oder 3 Meter Durchmesser, ab und zu mal ein Fenster rein damit die Fußgänger auch was zu sehen haben. Oder als Highlight mit einer kleinen Elektrobahn durch den Tunnel. Statt Eurostar heißt es dann Fördestar. Das wäre doch DIE Attraktion an der Förde.

 

Wenn es in Kiel mit den schwimmenden Bussen schon nicht geklappt hat (in Hamburg soll das aber noch in diesem Jahr los gehen) wäre das doch der Knaller. Einmal rüber laufen 5 Euro, da fehlt jetzt nur noch ein Investor. Und ich mache mir bis zum 1. April 2017 noch ein paar Gedanken dazu. Vielleicht ein paar Haie aussetzen in der Förde, damit die Leute im Tunnel an den Fenstern auch was zum anschauen haben??

 

Natürlich kann es mal passieren, dass der Fördewanderweg gesperrt wird wenn ein Marineschiff Munition lädt oder entlädt, das wird aber immer rechtzeitig an den großen Schautafeln vor Betreten des Fördewanderweges bekannt gegeben. Wer in Laboe gestartet ist, den erwartet zumindest in der Saison dann allerhand Leckeres in Heikendorf und Möltenort, sehr gepflegt ist auch die Uferpromenade. So sieht es also aus, wenn man keine hässlichen Holzzäune wie in Laboe an die Promenade stellt sondern alles naturnah gestaltet. Und wo keine Bretterzäune sind, entstehen auch keine Folgekosten für Wartung und Austausch.

 

Allerdings muss man fairerweise dazu sagen, dass ohne irgendeinen Schutz natürlich der Sand in Laboe bis auf die Promenade bzw. Straße geweht werden würde. Aber Sand wird z.B. auch durch dichte Hecken abgehalten, doch das Thema Strandzaun umtreibt die Laboer Gemeindevertreter schon seit Jahrzehnten, es wird also daher wahrscheinlich auch noch ein paar Jahrzehnte weiter debattiert werden, bis da mal eine vernünftige und optisch ansprechende Lösung gefunden wird.

 

Wie dem auch sei, der Ausflug nach Heikendorf und Möltenort ist immer ein schöner Spaziergang, wer dann etwas fußlahm am Ziel ankommt, kann natürlich in den Sommermonaten auch mit dem Fördedampfer zurück nach Laboe fahren.

 

Wo wir gerade bei der Natur sind. Ab diesen Donnerstag, den 14. April starten wieder die beliebten Führungen durch den Naturerlebnisraum mit Dipl. Geografin Susanne Hörger-Ahlers. Treffpunkt ist jeden Donnerstag um 10:00 Uhr vor der Hütte der Meeresbiologischen Station, die Führung ist für Inhaber der Ostsee-Card kostenlos, ansonsten kosten die ca. 2 stündigen Führungen für Erwachsene 2 € und für Kinder 1€. Wer sich vorab schon einmal etwas über den Naturerlebnisraum informieren möchte, kann das HIER machen.

 

Am Sonnabend, den 16. April heißt es dann wieder einmal „Aktion saubere Gemeinde Laboe“. Alle Bewohner aber natürlich auch Gäste sind wieder herzlich eingeladen, sich an dieser Aktion zu beteiligen. Ein paar Handschuhe wären nicht schlecht, Pieker, Säcke usw. hat der Bauhof immer auf den Begleitfahrzeugen mit dabei. Ob mit Hund oder Kinderwagen, ob Groß oder Klein, alle können mit dabei sein.

 

Nach dem Desaster mit den Essensgutscheinen im letzten Jahr, das gar nicht gut angekommen war bei den meisten Teilnehmern, hoffe ich mal, dass es in diesem Jahr zum Abschluss wieder einen gemütlichen Klönschnack mit allen Sammlerinnen und Sammlern zusammen gibt, dazu einen deftigen Schlag Eintopf, das ist es doch, was die Dorfgemeinschaft erfreut. So ganz genau geht das nämlich nicht hervor aus der Ankündigung der Gemeinde. Einen Imbiss gab´s ja letztes Jahr auch, jeder für sich alleine - es geht aber um einen „gemeinsamen“ Imbiss. Ich bin jedenfalls gespannt, Montag wissen wir mehr an dieser Stelle.

 

So, das einmal wieder für den Mittwoch, wir lesen uns am Freitag wieder. Bis dahin ganz liebe Grüße aus Laboe

Euer Ostsee-Peter

 

Freitag, 15. April 2016

 

Moin Moin aus Laboe

 

Das Wochenende ist schon wieder in greifbare Nähe gerückt, schauen wir mal, was es so zu berichten gibt aus Laboe.

 

Neues zu sehen gibt es am Hafen. Der Laboer Edelstahl-Künstler Dieter Röspel war wieder fleißig und so sind nun auf dem Fahrkartenschalter und Imbiss von Ina Jacobsen zwei Möwen gelandet. Frech wie Möwen nun mal sind, haben sie auch gleich ein paar kesse Sprüche drauf. Oder besser gesagt - im Schnabel. Wem nun von einer Möwe der leckere Matjes vom Teller geholt wird kann sich nicht beschweren, die Möwen haben schließlich vorgewarnt. Aber Ina und ihre fröhlichen Mädels können auch zweimal Matjes hintereinander weil er so lecker ist, alles kein Problem bei dieser lustigen Truppe.

 

Ein paar Schritte weiter bewacht seit Donnerstag Neptun den Eingang zur Fischküche, auch Neptun ist unverkennbar eine Original Röspel-Figur. Viele Besucher sind bei der Montage spontan am Donnerstag stehen geblieben und wollten wissen, wo sie diesen netten Neptun kaufen könnten. Mit anderen Worten – die Betrachter haben Klein-Neptun sofort in ihr Herz geschlossen. Das Besondere an der Figur ist, dass man sie abends abbauen und mit nach drinnen nehmen kann, sicher ist sicher in Anbetracht der letzten Vorfälle in Laboe. Betriebsleiterin Antje hat das dann auch gleich einmal demonstriert, so sehen wir dann hier und im Album Neptun völlig losgelöst auf dem Tisch stehen.

 

Grund für das neue Maskottchen ist übrigens das 20-jährige Bestehen der FISCHKÜCHE, das am 22. April gefeiert wird. Aus diesem Anlass gibt es den ganzen Tag Backfisch sowie Matjes mit Remoulade, Bier und Fassbrause für die Kleinen

zu Sonderpreisen.

Auch für musikalische Unterhaltung ist gesorgt, gegen 17 Uhr läutet der Shanty-Chor der "Ole-Schippn-Laboe e.V." den Abend ein und wird dann gegen 18 Uhr von dem Stimmungsduo "Havariegefahr" abgelöst.

 

Was noch fehlt ist ein Name für den kleinen Edelstahl-Neptun. Obwohl, bei der Oberweite könnte es vielleicht sogar eine Neptunin sein, wie einige Leser auf Facebook vermuten. Aber gehen wir mal von einem männlichen Neptun mit kräftig gebautem Brustkorb aus, alle Gäste und Freunde der Fischküche sind aufgefordert, einen Namen einzureichen. Der Gewinner erhält auch einen 10€ Essensgutschein.

 

Grund für mich, mir schon mal so meine Gedanken zu machen. Wie wär´s mit „FiKü-Mann“? Aber schnell ausgesprochen hört sich das doch etwas seltsam an, da muss ich wohl nochmal bei ;-) Vorschläge können per Facebook auf der Fischküchen-Seite gepostet oder im Restaurant abgegeben werden. Auf Facebook sind übrigens schon lustige Namen zu sehen, das wird spannend. Und schwierig bei der Auswahl.

 

Im GRAL, also im Gemeinde-Rathaus-Archiv-Laboe sind wir nach über einem Jahr mit dem einscannen der rund 20.000 Dias von Herrn Schlitt und einigen Aktionen für Laboe nun wieder bei unserem normalen Alltag angelangt, dass heißt das Sichten und Digitalisieren alter Unterlagen. Ich habe mir dann mal den am schnellsten greifbaren Karton geschnappt, durchgesehen werden müssen schließlich alle, und das war ja sofort ein absoluter Glücksgriff. Sagenhaft viele Dokumente von der Einführung des Stroms ab 1900 in Laboe berichten. Also ich bin ja nun erst ganz am Anfang, aber das ist ja wirklich so interessant, das könnte man später direkt einmal zu einer schönen Geschichte aufbereiten. Wobei es ähnlich ja überall in Deutschland um die Jahrhundertwende gewesen sein muss.

 

Strom, Licht, alles, was für uns heute ganz selbstverständlich ist, war damals ja noch ein Abenteuer. Ursprünglich war am Anfang ein eigenes Elektrizitätswerk von der Firma Neufeldt & Kuhnke aus Kiel in Laboe geplant. Aber die Menschen waren skeptisch und die Nachfrage nach elektrischer Beleuchtung noch gering. Und so entschloss sich die Firma Neufeldt & Kuhnke, sich mit der Maschinenfabrik Arp in Verbindung zu setzen, um die dort bereits schon vorhandene Stromanlage weiter auszubauen. So entstand dann das erste Elektrizitätswerk in Laboe unter der Obhut der Firma Arp, die daraufhin das Elektricitätswerk Laboe m.b.H. gründete.

 

Da ich ja immer neugierig bin, habe ich mal nachgeforscht, ob es denn heute diese Elektrofirma Neufeldt & Kuhnke aus Kiel noch gibt, die seinerzeit die ersten waren, die Laboe mit Strom und elektrischen Geräten versorgt haben. Auch das war sehr interessant, laut Wikipedia wurde die Firma 1899 gegründet und 1936 umbenannt in: „Hanseatische Apparatebau-Gesellschaft ehemals Neufeldt & Kuhnke GmbH“ kurz HAGENUK. Und das sagt mir nun wieder was, da gab es mal Telefone, Funkgeräte, Radios usw. Aber auch das ist mittlerweile alles Geschichte, die Firma HAGENUK aus Kiel ist mittlerweile völlig vom Markt verschwunden.

 

hier stand das erste E-Werk von Laboe

Aber weiter in Laboe. Ein Schreiben aus dem Jahre 1902 erläutert die Verhandlungen mit der Firma Arp, zu sehen im Fotoalbum. Interessant dann auch die damalige Praxis der Abrechnung. Als Standard wurde eine Glühbirne genommen, die der Helligkeit von 16 Kerzen entsprach. Aus damaliger Sicht sicherlich eine Lichtflut, heute eher eine intime Beleuchtung. Wer also z.B. nur eine Glühbirne im Haus installieren wollte, zahlte dafür pauschal 16 Mark pro Jahr, egal wie lange die Lampe in Betrieb war, 6 Glühlampen kosteten pauschal 60 Mark im Jahr, jeweils zuzüglich der einmaligen Montagekosten. Erst darüber hinaus war ein Stromzähler Pflicht, den man leihen oder kaufen konnte.

 

Schmunzeln musste ich über einem Antrag der Herren Vöge und Wiese, Inhaber der gleichnamigen, sehr bekannten Holzfirma in Laboe. Die Herren hatten insgesamt 5 Glühbirnen in ihrem „Contor“ installiert. Aber die Herren fanden es nun sehr ungerecht, dass sie die volle Pauschalgebühr zahlen mussten, schließlich wären sie ja nur bis 17:00 oder 18:00 Uhr im Büro und würden dann das Licht ausschalten, während in Privathaushalten das Licht teilweise die ganze Nacht über „brennen“ würde. Dem Antrag auf einen eigenen Stromzähler wurde stattgegeben.

 

Apotheker Ritter von A. Stanges Apotheke, die gibt es ja heute noch im Oberdorf, beantragte 1907 eine elektrische Straßenlampe vor seiner Apotheke, da der Zugang zu dem Gebäude abends sehr schlecht ausgeleuchtet wäre. Auch er hat damals seine Straßenlaterne bekommen.

 

Für die Straßenbeleuchtung in Laboe gab es übrigens eine eigene Beleuchtungskommission, nach deren Vorgaben die Straßenbeleuchtung an- und ausgeschaltet wurde, sogar ganz individuell für jede Lampe einzeln wenn es sein musste. Aber jedes Jahr gab es Differenzen zwischen dem geplanten und dem tatsächlichen Stromverbrauch. Da gab es dann immer so eine nette Standardantwort der Beleuchtungskommission: „Der Mehrverbrauch von 20,4 kW in diesem Jahr kann nur auf unrichtiges Functionieren des Zaehlers, Stromverlust in der Leitung, unvorschriftsmässigen Lampen oder Einschalten der Strassenlampen ausser der vorgeschriebenen Zeit zurueckgefuehrt werden.“ Damit war die Beleuchtungskommission dann fein raus aus der Sache.

 

Tja, so ging es also los mit der Stromversorgung in Laboe vor über 100 Jahren. Ich habe ja rund 50 Jahre später in Hamburg das Licht der Welt erblickt, da war das Licht schon total normal. Irgendwie kann ich mich noch dran erinnern, dass mein Vater defekte Sicherungen immer mit Stanniolpapier geflickt hat, das ist mir gerade so in den Kopf gekommen. Aber wir haben es alle überlebt und kein Haus und keine Wohnung ist je abgebrannt.

 

So, das mal wieder für das Wochenende. Nochmals die Erinnerung an den Sonnabend - 10 Uhr Treffpunkt am Probsteierplatz für die Aktion „Saubere Gemeinde“. Da die Freiwillige Feuerwehr in diesem Jahr nicht teilnehmen wird, sind also besonders viele freiwillige Helferinnen und Helfer gefragt. Meine Arbeitshandschuhe liegen bereit, also packen wir es an.

 

In diesem Sinne ein hoffentlich trockenes und sonniges Wochenende

Euer Ostsee-Peter

 

Montag, 18. April 2016

 

Moin Moin aus Laboe,

 

nach einem überwiegend sonnigen Wochenende starten wir nun also wieder mit frischem Elan in die neue Woche, die uns zum Wochenende noch so manch nette Veranstaltung bescheren wird.

 

Aber schauen wir zunächst einmal zurück auf den Sonnabend. Denn da hieß es ja: Wer hilft mit an dem Tag „Saubere Gemeinde 2016“ in Laboe?

 

Laboe macht sauber

Nun, nachdem die Freiwillige Feuerwehr in diesem Jahr nicht mit dabei sein konnte, das Wetter um 09:30 Uhr auch noch nicht sehr vielversprechend aussah, habe ich noch mit einer Pressekollegin telefoniert und wir sind zu dem Ergebnis gekommen, das ja mindestens 5 – 6 Leute kommen würden. Die Bürgermeisterin ist auf jeden Fall da, ein paar Männer vom Bauhof auch, dann wir zwei, also was soll´s, Regenjacke an, Arbeitshandschuhe und Kamera eingepackt und auf zum Probsteier Platz, wo um 10:00 Uhr Treffpunkt war.

 

Aber welch freudige Überraschung erwartete uns dann am Sammelpunkt. Von wegen 5 oder 6 Leute, ganz viele Laboerinnen und Laboer waren es, die sich dort eingefunden hatten, um gemeinsam Laboe noch etwas sauberer zu machen als es im Prinzip schon ist. Der erste Gedanke war ja noch: Ist da Demo oder was? Aber nein, all die fröhlichen Menschen dort waren dem Aufruf gefolgt und wurden dann von Bürgermeisterin Ulrike Mordhorst begrüßt.

 

Über 60 Menschen für diese Aktion, das kann man ja im Gegensatz zu den anderen Jahren schon fast als einen kleinen Rekord bezeichnen. Auch viele Jugendliche halfen mit, so z.B. Kinder aus dem Jugendzentrum oder von den Pfadfindern des Stammes "Die Dúnedain" aus Laboe.

 

Der Turnverein Laboe war mit Mitgliedern und Teilen der Vereinsführung vertreten und erfreulicherweise schlossen sich in diesem Jahr auch einmal etliche Gemeindevertreter/- innen der Aktion an. Denn wo kann man mehr Bürgernähe beweisen als bei so einer Aktion? „Schnacken“ können einige unserer Gemeindevertreter ganz prima wenn der Tag lang ist, aber mal mit den Bürgern gemeinsein etwas zu unternehmen, einmal ein paar private Worte zu wechseln und nicht nur immer den Schlaumeier raus stellen, das macht für mich Bürgernähe aus. Insofern war es schon sehr aufschlussreich für die Laboer Bürger, wer von unseren Politikern am Sonnabend mitgemacht hat und wer nicht.

 

Um der ganzen Maßnahme sogar einen internationalen Touch zu geben, halfen auch viele unserer Flüchtlinge mit, die freudig begrüßt wurden. Auch das ist ja eine der vielen Möglichkeiten der Integration, indem diese Menschen auch aktiv am Gemeindeleben teilnehmen.

 

Nach der Ausgabe von Pickern, Eimern und Müllsäcken wurden zwei Gruppen aufgeteilt, die eine Gruppe machte sich zu Fuß Richtung Sportplatz auf den Weg, die andere Gruppe wurde Richtung Naturerlebnisraum gefahren. Nicht per PKW, Großraumtaxi oder Bus, sondern zum großen Vergnügen der mitfahrenden Jugendlichen auf einem Anhänger, der von dem Bauhof-Traktor gezogen wurde. Das sorgte natürlich auch für staunende Gesichter bei den Passanten, als das Gespann durch Laboe Richtung Ehrenmal unterwegs war.

 

für die fleißigen Flüchtlinge gab es einen extra Pott Suppe

Im Naturerlebnisraum bildeten sich dann kleine Gruppen, die sich vom Beginn des rund 10 ha großen Geländes bei Neu-Stein in breit gefächerter Formation Richtung U-Boot bewegten. Auch Bürgermeisterin Ulrike Mordhorst ging mit gutem Beispiel voran und half tatkräftig mit beim Müll einsammeln. Die Männer vom Bauhof standen an verschiedenen Punkten in Laboe mit ihren Fahrzeugen bereit, um die gefüllten Eimer und Müllsäcke in Empfang zu nehmen.

 

Eines wurde aber von allen Teilnehmern festgestellt, die schon einige Jahre mithelfen bei der Aktion „Saubere Gemeinde“: Im Gegensatz zu den vergangenen Jahren kam im Naturerlebnisraum wesentlich weniger Müll zusammen als in den Jahren davor. Was darauf schließen lässt, dass die Menschen die diesen Ort besuchen, wohl doch mehr darauf achten, die ausgedienten Verpackungen und leeren Einwegflaschen nicht einfach in der Natur liegen zu lassen, sondern in die bereitstehenden Müllbehälter zu entsorgen.

 

So eine Aktion macht natürlich hungrig und durstig, nach der glücklosen Aktion im letzten Jahr mit den Gutscheinen für ein Fischbrötchen, das auch noch innerhalb kürzester Zeit verzehrt werden musste ohne dass sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer noch einmal zum „Klönschnack“ zusammen setzen konnten, hat sich die Gemeinde in diesem Jahr wieder auf die jahrelange Tradition besonnen – es gab Erbsensuppe satt vom 1. Laboer Herrenkochclub.

 

Und zur Freude aller Teilnehmerinnen und Teilnehmer fand das gemütliche Zusammensitzen im ehemaligen Cafe La Musica am Schwimmbad statt. Nun sei noch bemerkt, dass die Erbsensuppe des Laboer Herrenkochclubs ja auch immer deshalb so hervorragend schmeckt, weil sie gewaltige Mengen an Fleischeinlagen enthält. Aber das, was uns gut schmeckt, ist ja nicht unbedingt auch etwas für unsere ausländischen Mitbürger und so gab es für unsere Flüchtlinge eine serbische Bohnensuppe ohne Schweinefleisch, die sehr großen Anklang fand.

Mit vielen fröhlichen Gesprächen und einem blitzblanken Laboe ging damit ein für alle Beteiligten erfolgreicher Tag zu Ende.

 

Der Sonntag gestaltete sich dann überwiegend sonnig mit kräftigem Wind aus S/W mit Stärke 7, das hat schön gepustet am Strand. Ein paar Bilder mit den bunten Kiter-Schirmen am Himmel finden wir im Album.

 

Dann werfen wir schon einmal einen Blick voraus auf die Veranstaltungen Richtung Wochenende in Laboe. Am Freitag feiert Harry´s Fischküche 20-jähriges Bestehen, ich hatte ja schon berichtet. Neu ist aber, dass „Hilli“ auch rechtzeitig zu dem großen Fest wieder an Ort und Stelle steht.

 

Der HGV stellt am Freitag gegen 16:00 Uhr wieder den Maibaum auf, das hat ja schon über 30 Jahre Tradition. Im Rathausarchiv habe ich noch Fotos aus dem Jahre 1985 gefunden, damals war da noch richtig was los und getanzt wurde dann auch unter einem Spezial-Maibaum. Das alles schauen wir uns dann mal am Mittwoch an, hier schon mal ein altes Foto „zur Probe“.

 

Eine größere Sache in Laboe wird sicherlich auch die Ausstellung des bekannten Bildhauers und Malers Ben Siebenrock im Freya-Frahm-Haus. Da auch die Pressekonferenz am Mittwoch stattfindet, kann ich dann am Abend sozusagen fast live berichten. Die Vernissage ist am Freitagabend um 18:00 Uhr unter dem Motto „Tief Sehen“.

 

Und dann freue ich mich schon auf den Sonntag, wenn Maike Enterich und Eckhard Broxtermann wieder in die große Diele von Hof Wiese einladen. Diesmal haben die beiden noch einen Koffer in Berlin, mit ganz vielen bekannten Melodien und Texten rund um den Kurfüstendamm. Zille sein Milljöh lässt grüßen.

 

Das alles heute nur als kleiner Vorgeschmack, nähere Infos folgen dann noch rechtzeitig im Laufe der Woche.

 

Ja, es gibt trotz der vielen Negativberichte, die uns im Minutentakt von überall aus der Welt erreichen, auch noch etwas Positives zu berichten. Vielleicht sollten wir uns das ruhig öfters einmal vor Augen führen und dankbar sein, dass wir hier in so einer kleinen, beschaulichen und ziemlich heilen Welt namens Laboe leben dürfen.

 

In diesem Sinne wünsche ich weiterhin eine fröhliche Zeit und sage Tschüss bis Mittwoch.

Euer Ostsee-Peter

 

 

Mittwoch, 20. April 2016

 

Moin Moin aus dem sonnigen Laboe,

 

große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus und so möchte ich heute einmal von der Ausstellung „Tief Sehen“ von Ben Siebenrock berichten, die am Freitag, den 22. April um 18:00 Uhr im Freya-Frahm-Haus eröffnet wird.

 

Maritime Kunst aus 40 Jahren künstlerischer Tätigkeit, das hört sich nicht nur spannend an, das ist auch spannend. Denn wenn man sich die Ausstellung anschaut kann man es kaum glauben, dass nur ein einzelner Künstler all das geschaffen hat, so unterschiedlich sind die Stile, Materialien und künstlerischen Epochen.

 

Ben Siebenrock vor seinem Kiel-Bild

Aber zunächst einmal etwas über Ben Siebenrock persönlich. Er hat 1951 in Marbach/Neckar das Licht zur Welt erblickt, sein erstes Studium absolvierte er ab 1972 bei Jan Koblasa an der FH Kiel, ein weiteres Studium führte in nach Braunschweig zu Emil Cimiotti und auch ein Privatstudium bei Francesco Somaini in Como/Italien beendete er sehr erfolgreich. Ben Siebenrock ist Mitbegründer der Galerie Lornsenstraße in Kiel, seine monumentalen Bildhauerwerke findet man Im Steinpark Warder, rund 50 km von Laboe entfernt.

 

Neben dem Bühnenbild für den „Verblendeten“ nach Katharina der Großen erhielt er auch einen Lehrauftrag der FH Kiel, bekam 1990 den Umweltpreis der Stadt Schleswig verliehen, hielt einen Gastvortrag an der Bradley University in Illionis, USA usw, diese Liste ließe sich noch beliebig verlängern.

 

Ben Siebenrock könnte sich also allerhand einbilden auf seine sehr erfolgreiche Karriere, er tut es aber nicht, sondern wir begegnen einem authentischen und herzlichen Künstler, der es versteht, sein Publikum mitzunehmen auf seine Zeitreise durch 40 Jahre maritime Kunst. Wobei nicht jedes Bild maritimen Charakter hat, aber immer ganz wichtig ist ihm der Bezug zur Natur. Der Urform sozusagen, er schaut es der Natur ab, darauf baut sein Schaffen auf.

 

Wir erleben Kiel einmal anders auf seinen Bildern, auch der Bau der U-Boote in Kiel spielt eine Rolle. Neben Keramikarbeiten gibt es aber auch Modelle seiner Skulpturen aus Findlingen zu sehen, die er teilweisen mit farbigem Acrylglas zum Leuchten bringt. Natürlich nur als Modell, denn die Originale sind ja meterhoch und tonnenschwer, stehen in Warder, viele Skulpturen findet man in Norddeutschland aber auch in Österreich oder Tallinn/Estland.

Modell eier Skulptur

Eine Skulptur nennt sich: Ampel für Igel. Das Modell 1:10 sehen wir im Freya-Frahm-Haus, das Original steht vor der Straßenmeisterei in Eckernförde. Und tatsächlich befindet sich am Boden auch ein Tunnel für Igel. Ob sie allerdings auf die Ampel achten entzieht sich meiner Kenntnis ;-) Aber auch die anderen Modell zeigen sehr schön das Zusammenspiel zwischen den Natursteinen und den Lichteffekten.

 

Auch sehenswert die Keramikschiffe im Erdgeschoß mit klangvollen Namen wie „Puschengondel“, „Spaghettitanker“ oder „Kaiser Wilhelm“. In der oberen Etage des Freya-Frahm-Hauses findet man dann die frühen Werke von Ben Siebenrock. Wie eingangs schon erwähnt, es gibt erstaunliches zu sehen in dieser Ausstellung. Zur Eröffnung am Freitag wird noch der Kurzfilm „Beatnixen“ gezeigt, zum Inhalt wollte sich Ben Siebenrock aber noch nicht äußern, der einzige Kommentar war: Der Film wird Wellen schlagen. Na, dann sind wir doch mal gespannt.

 

Die Grußworte am Freitag wird Karin Nickenig im Namen des Freya-Frahm-Hauses überbringen, eine Einführung in die Ausstellung übernimmt der Kulturpreisträger der Stadt Kiel 2016, Ulrich Behl. Wem es zur Eröffnung zu voll ist, die Ausstellung ist freitags von 15 – 18 Uhr geöffnet und samstags und sonntags von 11 – 18 Uhr. Finnissage ist am Pfingstmontag, den 16. Mai um 16:00 Uhr. Der Eintritt ist frei, wer also einmal „Tief Sehen“ möchte ist herzlich willkommen.

 

Ein paar Bilder der Ausstellung sehen wir heute schon im Album, auch daran kann man schon erkennen, wie unterschiedlich die einzelnen Objekte aus 40 Jahren künstlerischen Schaffens von Ben Siebenrock sind.

 

Ansonsten sehen wir noch ein paar Fotos von sich verneigenden Strandkörben in strahlendem Sonnenschein. Wer sowas macht? Nun da kommt nur einer in Frage- der Wind. Teilweise wurden die schweren Körbe auch schon umgeworfen, ein sicheres Zeichen dafür, dass es im Moment doch noch etwas windig ist in Laboe.

 

Und mit stürmischen Grüßen verabschiede ich mich dann auch und sage Tschüss bis Freitag.

 

Euer Ostsee-Peter

 

Freitag, 22. April 2016

 

Moin Moin aus Laboe,

 

schon wieder eine Woche rum, ich habe bis einschließlich Sonntag zwar noch einige schöne Sachen auf dem Programm, aber daran merke ich dann auch, dass das Leben in Laboe so langsam wieder Fahrt aufnimmt. Das sind dann immer die Tage bzw. Wochenenden, wo ich mit dem Schreiben gar nicht mehr hinterher komme, um meinen Leserinnen und Lesern von all den schönen Dingen in Laboe zu berichten. Und so ist es auch heute etwas später geworden statt der normal angepeilten Zeit von 20:00 Uhr ist es nun schon 21:30 Uhr.

 

Aber legen wir mal los mit einem Geburtstag, der an diesem Freitag im Hafen gefeiert wird, nämlich 20 Jahre Fischküche Laboe. Die Fischküche ist ja weit über die Grenzen von Laboe hinaus bekannt, Fischküche = Hafenspeicher oder auch Kornspieker genannt.

20 Jahre Fischküche Laboe

Dieser wurde übrigens im Jahre 1926 erbaut, aber ein reiner Hafenspeicher war das Gebäude nie. Denn im Hafenspeicher befanden sich einst die Werkstatt der Firma Tischlerei Walter Sindt, es war ein Schifffahrtsbüro untergebracht, eine Taxi-Zentrale, ein Seniorentreff, ein Netzlager und auch ein öffentliches WC war vorhanden, das gibt es ja heute noch.

 

1993 war der Hafenspeicher ziemlich herunter gekommen und sicherlich kein schöner Anblick im Hafen. Die Gemeindevertretung beschloss daher den Abriss des Hafenspeichers. Allerdings hatte sie dabei anscheinend den mit der Chorgemeinschaft Laboe geschlossenen Nutzungsvertrag von 1980 vergessen, der 50 Jahre Laufzeit besaß, also dem Chor bis 2030 die Räume garantierte, die der Chor in der oberen Etage mit viel Geld, Fleiß und Mühe schon umgestaltet hatte.

 

Die Kommunalwahl im Jahr 1994 erbrachte in der Gemeinde Laboe neue Mehrheitsverhältnisse und mit dem Beschluss über ein Sanierungs- und Nutzungs-konzept für den Hafenspeicher gab die Gemeindevertretung am 11.11.1994 den Startschuss zur Wiederherstellung bzw. zur Reaktivierung eines Gebäudes in Laboe, welches unzweifelhaft mit zu den ältesten an der Kieler Förde gehört und zum traditionellen Gesamtbild Laboes beiträgt.

 

Rund 250.000 DM wurden seinerzeit in das Gebäude investiert und 1996 zog dann Familie Harald Bruhn in die untere Etage ein und eröffnete die später so erfolgreiche „Harrys Fischküche“. Mittlerweile hat sich Harald Bruhn in den wohlverdienten Ruhestand begeben und die Nachfolge an Agron und Swantje Salihu, Betreiber des „Lüneburghauses“ in der Dänischen Strasse in Kiel, als Nachfolger übergeben.

 

Etwas Besseres konnte weder Harry Bruhn, noch Laboe und seinen zahlreichen Besuchern gar nicht passieren. Denn Agron und Swantje haben an bewährten Dingen zur Freude der Gäste nichts verändert, das maritime Ambiente wird nur unauffällig verändert, erweitert wurden aber die Gastauftritte einiger Künstler und Gruppen, das ist immer wieder ein zusätzliches Highlight. Unvergessen z.B. Fischer Kai aus Kiel, der es geschafft hat, meinen leckeren Fisch kalt werden zu lassen. Vor lauter Lachern und Staunen bin ich gar nicht zum Essen gekommen, obwohl ich mich ja normalerweise nicht vom essen ablenken lasse :-)

 

Am heutigen Freitag bringt nun der Shantychor Ole Schippn sein Ständchen, anschließend spielt das Stimmungsduo „Havariegefahr“ auf.

 

Liebe Swantje, lieber Aron, liebes Fischküchen-Team, HAPPY BIRTHDAY auch von mir und weiterhin gaaaanz viel Erfolg.

 

der Maibaum weird aufgestellt

Am heutigen Freitag geht es ja Schlag auf Schlag in Laboe, denn auch der Maibaum auf dem Probsteier Platz wurde wieder vom Handwerker Gewerbeverein aufgestellt. Da ist immer Technik und Manpower gefragt. Ich hatte es ja schon angekündigt, im Album finden wir heute einmal ein paar Bilder aus dem Jahre 1985, da ging es im wahrsten Sinne rund unter dem Maibaum. 2008 war dann das Jahr, wo der Maibaum völlig kahl war, also ohne die Zunftschilder, Grund war ein morscher Maibaum und um den neuen Baum zu lackieren und die Schilderanzubringen blieb keine Zeit mehr. Oder er hätte "Juni-Baum" heißen müssen.

 

Wie immer halfen viele Mitglieder des Handwerker- und Gewerbevereines mit, denn anders bekommt man so einen Maibaum ja nicht bewegt. So sorgte z.B. die Firma Baudach für den Transport des Maibaums auf einem Trailer der Schiffswerft Laboe, die Tischlerei Sindt ist immer dabei wenn es um Holz geht und frisch gestrichen von der Firma Mathias Holtfreter erstrahlte der Maibaum im neuen Glanz. Tja, so einen Maibaum in den Schleswig-Holstein-Farben streichen ist schon recht fummelig und zeitaufwändig. Nun steht also der Maibaum dank der engagierten Mitglieder des HGV wieder am Probsteierplatz zur Freude der Besucher.

 

Um 18:00 Uhr hieß es dann im Freya-Frahm-Haus Eröffnung der Ausstellung von Ben Siebenrock. Bilder von den Kunstwerken habe ich ja schon am Mittwoch online gestellt, welch ein Glück, denn heute war vor lauter Menschen von der Kunst kaum etwas zu sehen.

 

Nach der Begrüßung der Gäste durch Karin-Nickenig und ein paar kurzen Worten von Ben Siebenrock übernahm dann Ulrich Behl die recht umfassende Laudatio. Aber auch eine Uraufführung gab es zu sehen, den Kurzfilm „Beatnixen“ von Frank-Jörg Haberland und Ben Siebenrock, die auch die Hauptrollen in dem Film spielten.

 

Und der der Film hat tatsächlich Wellen geschlagen, nämlich am Strand von Kalifornien bei Schönberg. Für meine auswärtigen Leserinnen und Leser, Kalifornien grenzt direkt an Brasilien, zumindest bei uns hier im Norden.

 

de Albertha im Hafen

Und mit dieser Ausstellung ging dann ein erlebnisreicher Tag zu Ende.

 

Am Samstag heißt es dann „Ansegeln“ mit den Ole Schipp´n, rund 60 Mitglieder sind gemeldet, um auf der „de Albertha“ und den Begleitbooten an dieser Fahrt teilzunehmen. Die de Albertha ist ja zurück aus Dortmund, heute wurden noch ein paar Arbeiten am Ruder gemacht, das sah schon spannend aus. Da ich ja meine schwere seemännische Ausbildung als Schwertkurbler und Segelsetzer auf der de Albertha in den letzten Jahren erfolgreich absolviert habe, werde ich morgen mal auf einem der Begleitschiffe den Törn genießen. Das Wetter sieht ja recht erfreulich aus, drücken wir die Daumen.

 

Sonntagabend heißt es dann ja auf dem Hof Wiese „Ich hab noch einen Koffer in Berlin“ mit Maike Enterich und Eckhard Broxtermann. Ein kurzweiliger musikalischer Abend ist garantiert, und ich gehe mal davon aus, dass die Baujahre 50 bis 70 alle Lieder mitsummen können. Ich freue mich jedenfalls sehr und sage Tschüss bis zum Montag.

 

Liebe Grüße aus Laboe sendet Euch

Euer Ostsee-Peter

 

Montag, 25. April 2016

 

Moin Moin aus Laboe,

 

am heutigen Montag gibt es wieder einmal soooo viel zu berichten, das reicht eigentlich für die ganze Woche. Darum muss ich das mal etwas aufteilen, denn alleine das „Ansegeln“ vom Verein Ole Schippn mit einer in diesem Jahr ganz tollen Erweiterung füllt schon mehrere Seiten. Daher werde ich am Mittwoch vom Sonntag berichten, da machten sich die ersten Schulkinder der Abschlussklassen der Laboer Grundschule mit der „de Albertha“ auf den Weg und nach so viel Seefahrt gab es dann noch am Abend auf dem Hof Wiese wunderschöne Melodien und Geschichten unter dem Motto „Ich hab noch einen Koffer in Berlin“ zu sehen und zu hören. So viel schon mal vorab – es war ein zauberhafter Abend, einen schöneren Wochenendausklang hätte ich mir gar nicht wünschen können.

 

Lösungen suchen auf der "Livsdröm"

Aber nun starten wir erst einmal mit dem „Ansegeln“ vom Verein OSL am vergangenen Sonnabend. Fast 60 Club-Mitglieder und Freunde hatten sich angemeldet, die auf insgesamt 5 Schiffe eingeteilt wurden. Wie ich aus gut informierten Kreisen schon im Voraus wusste, brauchte ich in diesem Jahr meine Qualitäten als Schwertkurbler oder Segelhisser auf der de Albertha nicht mehr unter Beweis zu stellen, da hab ich alle körperlichen Prüfungen im Schweiße meines Angesichts schon bestanden.

 

Zur Belohnung durfte ich in diesem Jahr dann einmal auf der schicken, 14 Meter langen Motoryacht „Livsdrøm“ von Andrea und Kai Werner mitfahren. 440 PS mit 2 Perkins-Dieseln an den Schrauben, da geht schon mal was. Leider hatte ich meine Badehose nicht mit dabei, sonst hätte ich wahrscheinlich oder eher vielleicht doch nicht, mal einen Sprung von dem ausfahrbaren Badesteg in die Ostsee gewagt, aber so……..

 

Es war zwar reichlich schlechtes Wetter angesagt am Wochenende, aber bis zu unserer Rückkehr nach Laboe war die Sonne uns treu. Wenn Engel auf dem Wasser treiben, wird´s am Himmel sonnig bleiben oder wie das heißt.

In seiner Begrüßungsansprache hatte der 1. Vorsitzende des Vereins, Jens Zywitza, dann aber noch eine große Überraschung für alle Teilnehmer, die er so ankündigte:

 

“Damit Ihr in diesem Jahr nicht einfach an Bord unserer Ansegel-Flotte rumsitzt und vielleicht „nur“ an Tampen zieht und Kurbeln dreht, soll Euch die Zeit bis zur Rückkehr nach Laboe mit der Bewältigung einiger kleiner Aufgaben versüßt werden: Wir machen eine Förde-Rallye!“ Näheres dazu hat uns dann Rolf Rathje, wie immer lebhaft und wortstark erklärt. Denn dieses Quiz, ausgedacht von Rolf, Friedel und Jens, bestehend aus 33 Fragen und Aktionen, konnten jeweils nur von der gesamten Mannschaft eines Schiffes gemeinsam gelöst werden. Die Preise am Ende gehen dann an die Skipper, jede Mannschaft sollte sich also anstrengen.

Und nachdem die Fragebogen dann ausgeteilt waren, wurde allen Beteiligten ganz schnell klar, ohne Smartphones, die sozusagen per Standleitung mit Google, Wikipedia oder der Stadt Kiel und ihren Ämtern verbunden sein mussten, ging da wenig.

 

Der Törn zum Tiessenkai war ja den Teilnehmern bekannt, aber wenn man während der Fahrt nun auf “merkwürdige“ Sachen achten soll, sehr knifflige Rätsel lösen und dabei dann auch noch ziemlich um die Ecke denken muss, also das war schon eine ganz besondere Herausforderung.

im Kieler Hafen

Dazu möchte ich ein paar Beispiele aufzählen, damit meine Leserinnen und Leser auch einmal nachvollziehen können, dass nicht nur sämtliche grauen Gehirnzellen sondern auch sämtliche verfügbaren Smartphones an Bord unter Volllast in Betrieb waren.

Auf unserem Schiff wurde z.B. an folgender Ostufer-Frage sehr lange getüftelt, die Ortskundigen dürfen gerne einmal miträtseln, bevor ich die Lösung nenne. Hier also mal so eine typische "umme Ecke-Denkfrage":

 

Frage 24: „Eine Mehrzahl von Jungtieren und das Gebiet hinter einem Tal. Wie heißt a) dieser Ortsteil am Ostufer und b) für welchen PKW-Typ ist er bekannt?“

 

Zwei Gruppen bildeten sich, um einen Ort am Ostufer zu finden, der was mit Jungtieren im Namen hat während die andere Gruppe überlegte, was das denn wohl in dem Zusammenhang mit einem PKW-Typ zu tun hat.

 

Beispiel eines Gedankenganges von vielen: Junge Hunde wären z.B. Welpen. Aber Welpendorf gibt es am Ostufer nicht, höchstens Wellingdorf. Nur selbst wenn der Ort stimmen würde, (dort befindet sich u.a. das Helmholtzzentrum für Ozeanforschung), welche Autos haben damit zu tun? Und so wurden immer wieder neue Jungtiere und neue Autos miteinander in Verbindung gebracht, um das Ganze mit einem Ort am Ostufer in Einklang zu bringen. Die Köpfe rauchten, die ersten Akkus in den Smartphones fingen schon an zu schwächeln, bis jemand die entscheidende Frage stellte: Was ist denn rund um ein Tal? Den Teil der Frage hatten wir ja noch gar nicht bedacht. Na klar – ein Berg. Jaaaa, da gibt es doch tatsächlich eine Ortschaft mit ….-berg im Namen. Und nochmal Jaaaa - Bambi war ein junges Reh, also ein Kitz. Viele junge Rehe nennt man Kitze! Also Kitzeberg. Hurra!!! Dann aber natürlich die Frage, was hat Kitzeberg denn nun mit Autos zu tun? Doch das ließ sich dann verhältnismäßig schnell klären, denn wodurch ist Kitzeberg bekannt? Na? Durch seinen GOLF-Platz!! Holla die Waldfee, was für eine schwierige Geburt.

 

Also einen hab ich noch – also eigentlich sind es zwei Fragen, erst mit der Lösung der ersten Frage kann man die nächste Frage angehen und sie betreffen die Landeshauptstadt Kiel.

 

Die erste Frage dazu war recht simpel, denn sie lautete:

….auch wenn man es vermuten könnte, ein über die Stadt Kiel hinaus bekannter Platz hat NICHTS mit unserem Vereinskollegen Kalli zu tun. Welcher Platz in Kiel ist gemeint?

 

Nun, wer Kalli kennt weiß, dass sein Boot „Vineta“ heißt und so lautet die Lösung dann auch „Vineta-Platz“ in Kiel-Gaarden. Und mit diesem Wissen kommt dann die eigentliche Frage, die man erst einmal dreimal lesen muss, um irgendeinen Sinn darin zu sehen. Denn die lautete:

 

„Auf der diesem Platz abgewandten Seite der Förde beginnt etwas weiter nördlich vom Strich ein anderer Strich, der neben einem Schiffsteil die exakte geometrische Bezeichnung für einen Strich in seinem Namen trägt. Was ist das für ein Strich?“

 

die de Albertha kreuzt unseren Weg

Nun, bei der Lösung dieser Frage fühlten wir Männer uns sofort angesprochen, und so wurde zwar sehr umfassend, aber nicht unbedingt zielorientiert über die verschiedenen Striche in Kiel diskutiert. Die Frauen an Bord stoppten allerdings die sachliche und hochgeistige Männerdiskussion mit den Worten: kann mal einer einen Stadtplan von Kiel aufrufen? Der normale Stadtplan war zur Lösung allerdings nicht geeignet, erst der Stadtplan für Touristen brachte Licht in´s Dunkle.

 

Denn beim Vineta-Platz in Kiel-Gaarden führt die „Blaue Linie“ vom Port of Kiel Richtung Innenstadt, aber dieser Strich war ja offensichtlich nicht gemeint, es ging ja um einen anderen Strich. Aber immerhin – an der Stelle hat es dann schon mal Klick gemacht. Denn ein Strich ist eben in dem Fall auch eine Linie, Blauer Strich – obwohl es tatsächlich einer ist - hört sich irgendwie komisch an. Also Linie – und auf der abgewandten Seite der Förde vom Vinetaplatz aus gesehen beginnt dann nämlich auf der anderen Seite, also nördlich, die „KIEL-LINIE“. Und ein Kiel ist ja bekanntlich nicht nur in Kiel ein Schiffsteil.

 

Wie gut, dass unsere Skipperin Andrea immer so perfekt ihr Schiff und die viel befahrene Förde im Auge hatte, denn alle andern waren non Stopp mit der Lösung der 33 Aufgaben beschäftigt, es war einfach herrlich. Mittagessen gab es dann am Tiessen-Kai in Kiel-Holtenau, Erbsensuppe vom Herrenkochclub, wie immer äußerst lecker. Trotzdem waren natürlich immer einige Mitglieder der anderen Boote unterwegs, um durch möglichst unverfängliche Fragen herauszubekommen, wie manche Frage auf den anderen Booten gelöst wurde. Da hieß es standhaft bleiben, wenn große Frauenaugen den Männern schöne Blicke zuwarfen, um vielleicht einer Lösung etwas näher zu kommen ;-)

 

Was keiner für möglich gehalten hatte, der Crew auf der de Albertha ist es tatsächlich gelungen, einen Sonderpunkt einzuheimsen, da sie ein Video zu folgender Frage als Beweismittel vorlegen konnte:

 

„Wenn ihr Glück habt, seht ihr auf eurem Ansegeltörn außergewöhnliche Besucher unserer Region – zwei Meeresbewohner spielen mit den Schiffen „um die Wette schwimmen“. Was sind das a) für Meerestiere, und b) wie werden die beiden genannt?“

 

Nun, gemeint waren Delfie und Selfie, 2 Delphine, die sich schon seit einiger Zeit in der Förde tummeln und sich anscheinend auch hier wohl fühlen. Im Album sehen wir dann heute einmal dieses kleine Video von Delfie und Selfie, allerdings muss ich leichte Zweifel anbringen, denn wenn ich mal das Video an der entscheidenen Stelle auf Einzelbildschaltung durchlaufen lasse, sieht das nicht wirklich nach der de Albertha aus, sondern eher nach einem Angelschiff.

Hmmm.... aber ein Versuch war´s wert ;-) und trotz Sonderpunkt reichte es letztendlich nur zum 3. Platz für die de Albertha.

 

Ich habe jedenfalls eine ganze Menge gelernt auf diesem Törn, so wusste ich z.B. gar nicht, dass es im Bereich des Sperrgebietes des ehemaligen Marine-Fliegergeschwaders 5 (MFG 5) eine Muschelfarm gibt, die wir fotografieren sollten.

 

Wer Sonntagnachmittag im Hafen eine Rauchwolke bemerkt hat, das waren die rauchenden Köpfe der OSL-AnseglerInnen der 5 Schiffe, die alle siegesbewusst ihre Frageboden bei der Jury abgaben. Das Endergebnis sah dann nach vielen fröhlichen Diskussionen, lebhaften Einsprüchen, Nachliefern von Beweismaterial, mündlichen Erläuterungen, zahlreichen Bestechungsversuchen mit Emmes Katun usw. wie folgt aus:

 

Platz 5: Boot Di Vidende – Platz 4: Boot Bakarska – Platz 3: Boot de Albertha – Platz 2: Boot Livsdrøm und mit nur einem Punkt Vorsprung siegte verdient das Segelboot Frieda. Also das war alles recht knapp aber alle Teilnehmer hatten auch große Freude an den so ganz unterschiedlichen Fragen und Dingen, die da auf der Ansegel-Ralley erledigt werden mussten.

 

Die Skipper der Boote erhielten dann „wertvolle“ Preise, die zu großen Heiterkeitsausbrüchen bei den Anwesenden führten, die Preise waren natürlich nur als Gag gedacht. Eine nicht gerade ansehnliche Positionslampe mit Rotlicht und 220 Volt-Anschluss oder ein Ehrenmal aus Holz mit abnehmbarem Hinterteil, alle Preise bis auf die Flasche Schnappes die dabei war, herrlich kitschig. Und entsprechend fröhlich klang dieser Abend dann aus. Ein großes Dankeschön an die vielen HelferInnen vom OSL, das hat wieder einmal ganz viel Spaß gemacht.

 

Weil es ein paar Bilder mehr geworden sind, habe ich ein extra Album unter „BESONDERES 2016“ eingefügt, am schnellsten geht es von HIER.

 

Viel Spaß beim Bilder anschauen, Mittwoch geht es dann wie eingangs angekündigt weiter mit den Schulkindern auf der „de Albertha“ und mit dem Koffer in Berlin.

 

Bis dahin liebe Grüße

Euer Ostsee-Peter

 

Mittwoch, 27. April 2016

 

 

Moin Moin aus Laboe,

 

Ski und Rodel gut hieß es am Dienstag in Laboe, der Winter hatte endlich Einzug gehalten, bislang hatten wir ja noch gar keinen „richtigen“ Winter. Ich hab erst mal WHAM! mit „Last Christmas“ hier zur Freude meiner Mitbewohner in der Anlage lautstark rauf und runter gedudelt, also ich finde, man muss die Feste feiern wie sie fallen.

 

Schneesturm in Laboe

Leider konnte ich auf die Schnelle keine Spekulatius mehr in den Lebensmittelmärkten auftreiben und auch mit den Schoko-Weihnachtsmännern sah es ganz schlecht aus. Natürlich gucken die Leute auch etwas komisch, wenn man im Keller nur mit einer Badehose bekleidet den Schlitten raus sucht, doch ab einem gewissen Alter stört einen sowas eher weniger…..

 

Aber mal ganz ehrlich, so ein Wetter Ende April kann man haben, muss man aber nicht mehr haben, oder? Teilweise herrschte hier ja ein richtiges Schnee-Chaos, wie man auf den Bildern sieht, die ich vom Balkon aus gemacht habe. Aber das Wetter können wir nun mal nicht ändern, auch wenn ich mir unter einer globalen Erderwärmung irgendwie etwas anderes vorstelle.

 

Nun wie Montag bereits angekündigt kommen wir heute zu dem vergangenen Sonntag, da ging es dann am Morgen los mit dem 1. Törn der „de Albertha“ mit den Laboer Schulkindern und den Betreuern.

 

Für die 13 Jungens und Mädels der Abschlussklasse der Grundschule war das natürlich schon sehr aufregend als es dann endlich hieß: Nun geht’s an Bord. Begleitet und betreut werden sie dabei von 10 Vereinsmitgliedern, die den Kindern stets mit Rat und Tat zur Seite stehen auf diesem 3-tägigen Segeltörn.

 

Seit 2001 bietet der Verein „Ole Schipp´n“, ein Verein zur Förderung traditioneller Wasserfahrzeuge, nun schon diese Fahrten für die Laboer Schulkinder an, der übrigens bislang für die Kinder stets kostenlos war und möglichst auch bleiben soll. Jeweils 2 Törns mit dem 1891 erbauten holländischen Frachtensegler "de Albertha" werden Jahr für Jahr durchgeführt. Doch erstmals waren in diesem Jahr die beiden Törns gefährdet, nachdem es aus dem Kieler Sozialministerium schon seit 2015 keinen Zuschuss mehr für die Kinder gibt, immerhin 3.700€ pro Jahr, die nun dem Verein zur Durchführung dieser Törns fehlen.

 

Das die Fahrten in diesem Jahr überhaupt noch einmal stattfinden konnten, verdankt der Verein Ole Schipp´n zwei großzügigen Spendern. So übergaben Lars Nissen vom Vorstand der VR Bank Ostholstein Nord-Plön eG und Holger Muhs, Präsident des Rotary-Clubs aus Plön, jeweils einen Scheck in Höhe von 1.000 € an den Verein Ole Schipp´n.

 

Spenden-Scheckübergabe auf der de Albertha

Denn über eines waren sich alle Beteiligten klar. Diese Fahrten mit den Kindern fördern den sozialen Zusammenhalt untereinander, Smartphones sind an Bord nicht erlaubt und somit lenken auch keine laufenden Statusmeldungen auf Facebook & Co ab. Die Kinder lernen dafür das Zusammenleben auf engstem Raum, sie lernen ganz nebenbei, wie wichtig es ist, dass jeder seine zugeteilte Aufgabe erfüllt, damit alles reibungslos an Bord funktioniert. Kurs abstecken, die Segel richtig im Wind setzen, dazu das Meer und die Natur beobachten, Knoten binden, Küchendienst, all das passiert fast spielerisch nach der Methode: Learning by doing.

 

Alle Kinder werden natürlich vorher gut vorbereitet auf diesen Törn, aber auch an Bord gibt es zunächst einmal eine umfangreiche Sicherheitseinweisung und das Verhalten an Bord wird genau erklärt. Eine ganz wichtige Regel wurde den Kindern wie immer sehr lautstark und eindrucksvoll von Rolf Rathje erklärt. Sollte er jemals an Deck ein Kind ohne Schwimmweste erwischen, wird dieses Kind bei der Ankunft der de Albertha im Laboer Hafen vor allen Eltern, Freunden und Bekannten mit einer Zahnbürste gut sichtbar das Deck schrubben. Also das war doch mal eine klare Ansage, die jedes Kind verstanden hat. Und diese Drohung prägt sich anscheinend immer ganz tief ein, denn bislang brauchte im Laufe der vergangenen Jahre noch kein Kind das Deck mit der Zahnbürste zu schrubben.

 

Und so standen dann nun die Eltern, Omas und Opas und sonstigen Verwandten am Sonnabend am Holzlagerkai, um den Kindern zum Abschied zuzuwinken. Auch Schulleiterin Claudia Telli war gekommen, um ihre 4. Klasse zu verabschieden. Und dann hieß es auch schon „Leinen los“ und langsam verließ die de Albertha den Laboer Hafen. Ein Mitglied des Shantychores sang noch ein Soloständchen, das war richtig feierlich. Auf die Frage, wohin die Reise denn geht antwortete Skipper Dick nur: „Wohin uns der Wind bläst“. Aber das ist auf jeden Fall immer Richtung Norden.

Dank der Schiffsortungssysteme SIS lässt sich ja mit einem Smartphone feststellen, auf welcher Position sich die „de Albertha“ irgendwo auf der Welt befindet. Und am Abend hatte das Schiff dann Eckernförde erreicht, wo auch übernachtet wurde. Denn viel mehr war nicht drin bei den Witterungsverhältnissen. Temperaturen nur etwas über dem Gefrierpunkt, Regen, Graupel, Schnee, die Kinder haben alles erlebt, was ein richtiger Seemann auf einem Segelschiff erleben kann.

 

Dank an dieser Stelle Detlef Boje, der mir einige Fotos vom Bordleben zur Verfügung gestellt hat.

Am Dienstagnachmittag kamen sie dann zurück, Skipper Dick und auch Detlef Boje erklärten den wartenden Eltern dann aber nach dem Anlegen, dass alle Kinder trotz der schlechten Wetterbedingungen ganz toll mitgemacht hätten, keiner hat gemurrt, alle haben fröhlich überall mit angepackt.

 

Der trockene, holländische Humor von Skipper Dick kam dann mal so richtig zum Vorschein, als er den Eltern an Land erklärte, er hätte den Kindern sogar erlaubt, dass sie sich nach 8 Stunden hartem Decksdienst bei Eisregen und Schnee auch mal eine halbe Stunde unter Deck aufwärmen durften ;-) Alle Kinder wurden dann wohlbehalten wieder an die Eltern übergeben, am heutigen Mittwoch ist dann der 2. Törn mit den restlichen Schulkindern auf der de Albertha gestartet. Während Törn 1 noch im Sonnenschein gestartet ist, fing Törn 2 heute schon mit Regen an. Aber – das kann doch einen Seemann nicht erschüttern. Denn als Kinder fahren sie sie in Laboe los und als gestandene Seeleute werden sie in 3 Tagen zurück kommen. Schiff Ahoi.

 

Berliner Luft auf Hof Wiese

Nun aber zurück zum Sonntagabend. Denn da hatte jemand auf dem Hof Wiese einen Koffer in Berlin stehen lassen. Genauer gesagt waren es Maike Enterich und Eckhard Broxtermann, die das Publikum mit ihren tollen Liedern und Geschichten begeisterten. Voll ist es ja immer, wenn die beiden im Hof Wiese auftreten. Aber diesmal habe ich dann doch verwundert geschaut nach dem Motto: Ede kieck dir ma um….. Denn knapp 100 Zuschauer fanden sich in der großen Diele ein, um sich auf eine Reise in das Berlin der 20-er und 30-er Jahre zu begeben.

 

Und so erklangen all die schönen alten und unvergessenen Schlager, die meine Generation noch mitsummen kann. Maike Enterich bezauberte wie immer durch ihre wunderschöne Stimme, aber auch das Vorlesen von Geschichten ist ja eine Spezialität von ihr, diesmal hörten wir eine rührende Geschichte aus dem Buch: „Berliner Musenkinder Memoiren“ von Helga Bemmann. Einmal Schauspielerin, immer Schauspielerin, Maike ist einfach die Wucht in Tüten, um das mal so passend zum Abend zu sagen.

 

Eckhard Broxtermann ist ja eigentlich „nur“ Kantor in Laboe. Aber was für einer. Wikipedia schreibt dazu: „Zu den Aufgaben eines Kantors gehört in der Regel das liturgische und konzertante Orgelspiel und die Begleitung des Gemeindegesangs, ferner die Leitung von Chören und Musikgruppen“. Soweit so gut, damit ist man eigentlich ja schon reichlich ausgelastet, aber an der Stelle geht es bei Eckhard Broxtermann erst richtig los.

 

Wir Laboer und auch unsere Urlaubsgäste kennen ja den jährlichen Orgelsommer. Ob Krimi-Lesungen oder Filme in der Kirche, wunderschöne Orgelabende oder Matineen, Rock-Konzert auf der Kirchen-Orgel, die stets unvergessene Märchennacht, eigene Vortragsreihen in der VHS mit Musikbeispielen über berühmte Komponisten, die Auftritte zusammen mit Maike Enterich, welche die Menschen regelmäßig immer wieder begeistern, es ist unwahrscheinlich, was Eckhard Broxtermann da Jahr für Jahr für die Laboer die Gäste auf die Beine stellt. Einfach nur, um den Menschen eine Freude zu bereiten und, wenn man an den sehr erfolgreichen Orgelsommer denkt, Kirche auch einmal völlig anders darzustellen. Ein Tausendsassa also sozusagen, der dabei immer ein Kantor zum Anfassen geblieben ist und stets ein offenes Ohr für seine Mitmenschen hat.

Maike Enterich und Eckhard Broxtermann

 

Maike Enterich und Eckhard Broxtermann gemeinsam auf der Bühne zu erleben, das verspricht jedes Mal tolle Unterhaltung, egal, welche Themen sie sich die beiden auch vornehmen. Diesmal also Berlin und als Eckhard Broxtermann die die leckeren Frikadellen auf dem Klavier stehen sah, griff er auch gleich kräftig zu, ganz nach dem Berliner Wahlspruch: nu aba ran an de Buletten. Die waren also echt und keine Theaterbuletten aus Plastik.

 

Und so ging es dann Schlag auf Schlag z.B. mit der krummen Lanke und der Emma uff de Banke. Sehr schön auch die Moritat über die „Schaurige Mordthat des Schusters aus Treuenbrietzen“, andere kennen es vielleicht unter dem Titel: Sabinchen war ein Frauenzimmer….

Auf youtube ist diese Moritat über die "Mordthat" von Claire Waldoff noch zu hören. Ja, das war die „Berliner Luft“ live in Laboe.

 

Nach einigen Zugaben und lang anhaltendem Applaus ging dieser wunderschöne Abend dann zu Ende. Ein großes Dankeschön an die beiden Künstler und an Hildegard Witzki und Eckhard Wiese, die diese Abende immer in der wunderschönen Atmosphäre von Hof Wiese ermöglichen.

 

So, nun bin ich also so langsam wieder auf dem Laufenden mit meiner Berichterstattung. Freitag könnte es aus persönlichen Gründen zeitlich etwas knapp werden mit den News, Sonnabend erwarte ich meine Kinder und Enkelkinder in Laboe, daher schon mal sicherheitshalber ein Hinweis für den Sonnabend.

 

Nicht erschrecken, wenn am Sonnabend aus der Meerwasserschwimmhalle Explosionslärm zu hören ist und dicker Rauch und Qualm aus der Halle dringt. Nein, die Halle wird an diesem Wochenende noch nicht platt gemacht, ganz so weit ist es noch nicht. Ein Großaufgebot an Rettungsdiensten und Polizei wird vor Ort sein, um die Verletzten nach der Chlorgasexplosion aus der Halle zu holen und das Gebiet rund um die Halle zu räumen. Dazu gehört dann auch die Absperrung eines Teilstücks der Strandstraße, um den Rettungsdiensten freie Zufahrt zur Schwimmhalle zu gewährleisten. Mit andern Worten, es ist alles nur eine Übung am Sonnabend. Klein-Jannis ist jetzt schon ganz aufgeregt, als zukünftiger Feuermann bzw. Seenotretter, (wenn er in Laboe ist), möchte er natürlich dann auch vor Ort sein.

 

Und am Sonntag, den 1. Mai findet der erste Flohmarkt des Jahres in der Reventloustrasse statt. Hoffentlich nicht bei Schnee und Eis.

 

So, das war mal wieder ein längerer Bericht, aber das soll ja auch immer ein paar Tage reichen.

 

Liebe Grüße aus Laboe sendet Euch der

Ostsee-Peter

 

Freitag, 29. April 2016

 

 

Moin Moin aus Laboe,

 

puhh, endlich mal einen Tag ohne Regen, sogar die Sonne ließ sich kurz mal blicken, also im Gegensatz zu den vergangenen Tagen der Woche ist ja hier in Laboe heute richtig tolles Wetter ;-)

hier geht´s zum Strand

Die Männer vom Bauhof waren fleißig und haben die Stege über den Strand Richtung Ostsee verlegt, im Moment hält sich die Nutzung durch Badegäste noch in Grenzen, aber was liegt das liegt.

 

Im Kurpark ist es auch noch überall reichlich feucht, aber immerhin kann der kleine Flötenspieler nun den Buddha-Frosch mit seinen Melodien unterhalten. Viele Blumen lassen die Köpfe hängen, die Schneefälle, Graupelschauer und Regenfälle haben ihre Spuren hinterlassen. Aber die Natur wird das verkraften und außerdem sind ja immer die fleißigen Freunde des Kurparks dabei, den Kurpark nach solchen Wetterkapriolen ganz schnell wieder in Form zu bringen.

 

Ein neuer Laden hat in der Parkstraße eröffnet. Und der hat auch einen sehr einprägsamen Namen: „Büxen-Bude“. Ich natürlich gleich mal geschaut, allerdings war in meiner Größe nicht wirklich was dabei, es handelt sich um einen Kinder-Secondhandshop. Das passt ja auch vom Standort prima, gegenüber ist befindet sich nämlich der „Magica“ Firstclass Secondhand Laden von Christina Quindt und Ute Aichinger für die mode- und preisbewusste Damenwelt, nun gibt es also vis à vis auch preisgünstige Sachen für die Kids.

 

Ansonsten stehen an einigen Kreuzungen im Unterdorf schon die Absperrungen für den Sonnabend parat, denn voraussichtlich ab 12:30 Uhr wird der Bereich rund um die Schwimmhalle wegen einer Großübung großräumig abgesperrt, ich hatte ja schon berichtet.

 

So, das soll es für das Wochenende gewesen sein, ich hab heute noch einige Termine auf dem Zettel. Aber ich will nicht klagen, das macht mir ja alles ganz viel Spaß. Das Wetter soll Sonntag besser werden, drücken wir die Daumen für den Flohmarkt in der Reventloustraße, der dort von 08:00 Uhr bis 16:00 Uhr stattfindet.

 

Wir lesen uns am Montag wieder, bis dahin liebe Grüße aus Laboe

 

Sonnabend, 30. April 2016

 

Moin Moin aus Laboe,

 

Alarm im Schwimmbad – schwere Explosion in der Meerwasserschwimmhalle.

Zum Glück war es aber nur eine seit längerem angekündigte Großübung. Zur Ausgangslage erklärte Harald Rebmann vom Führungsstab des Katastrophenschutzes in Plön, dass durch die Explosion, deren Ursache noch unklar sei, ein vor der Schwimmhalle stehender PKW durch den Explosionsdruck umgestürzt und in Flammen geraten sei. Im Fahrzeug befinden sich noch zwei verletzte Personen.

Alarm beim Schwimmbad

Die Schwimmhalle selber ist völlig verqualmt, die sofortige Rettung der eingeschlossen Personen stehe im Vordergrund. Feuerwehren und Rettungskräfte aus Brodersdorf, Heikendorf, Wendtorf und Probsteierhagen wurden angefordert. Die Feuerwehren werden auch versuchen, über das Dach in die Halle einzudringen und die Lüftungen zu kontrollieren. Da die Vordertür nicht benutzbar ist, müssen die verletzten Personen aus dem Nebeneingang geführt werden.

 

Das also die Ausgangslage für die Retter. Diese Übung lief nicht unter Alarmübung sondern wurde auf Grund des Umfangs schon länger geplant. Insgesamt 330 Akteure waren an diesem Sonnabend an der Aktion beteiligt. Über 30 Rettungsfahrzeuge standen in der Strandstraße und am Katzbek bereit, um die verletzten Personen in die umliegenden Krankenhäuser zu bringen, wenn es dann leine Übung gewesen wäre.

 

Die Statisten, die schon seit 9:00 Uhr morgens entsprechend geschminkt und auf ihre Rolle vorbereitet wurden, haben dann ihre Sache später so gut gemacht, dass mir manchmal richtig die Gänsehaut den Rücken runter gelaufen ist. Natürlich weiß man, dass alles nur Theaterschminke ist, aber es sah alles unheimlich realistisch aus. Denn auch die Pyrotechniker haben ja ganze Arbeit geleistet, alle Achtung.

 

Von daher werden wir in dem Sonder-Album heute auch ein paar Bilder sehen, die nicht unbedingt etwas für schwache Nerven sind. Aber wie gesagt, alles nur Kunst-Blut und Fotos machen war in diesem Fall ausdrücklich erwünscht.

 

Der Verkehr wurde weiträumig umgeleitet, aber auch die Schaulustigen wurden durch Absperrungen vom Einsatzort fern gehalten. Doch es waren nicht nur Schaulustige vor Ort, denn Menschen, die ganz normal ins Bad wollten, wurden plötzlich mit der Tatsache konfrontiert, dass das Bad an diesem Sonnabend geschlossen sei.

 

Nirgendwo auf den Internetseiten der Gemeinde oder vom Schwimmbad war bekanntgegeben worden, dass wegen der schon seit langem geplanten Großübung die Halle am Sonnabend geschlossen bleibt. Sowas darf einfach nicht passieren, nun gibt es wieder ein paar verärgerte Schwimmbadbesucher mehr.

 

eng wurde es im Rettungszelt

Punkt 13:30 Uhr passierte dann auf die Sekunde genau alles auf einmal. Eine gewaltige Explosion aus der Schwimmhalle zerriss die Stille von Laboe, der PKW vor der Halle explodierte ebenfalls und (künstliches) Feuer loderte empor. Die ganze Schwimmhalle war innerhalb kürzester Zeit in Rauchschwaden eingehüllt und auch im Eingangsbereich war durch die starke Rauchentwicklung nichts mehr zu erkennen. Die ersten Besucher schlugen schon verzweifelt von innen gegen die Scheiben, da sich die Eingangstür nicht mehr öffnen ließ. Die Feuerwehrfahrzeuge aus Laboe waren natürlich die ersten die am Unfallort eintrafen Nach der Auslösung des Großalarms erreichten dann aber in kurzer Zeit auch immer mehr Rettungsfahrzeuge den Ort des Geschehens.

 

Landrätin Stephanie Ladwig war auch vor Ort, um diese groß angelegte Rettungsübung zu verfolgen. Was für einen Außenstehenden zunächst wir ein gewaltiges Chaos aussehen mag, ist in Wirklichkeit eine gut eingespielte Maschinerie, die dort bei der Schwimmhalle abgelaufen ist.

 

Für alle Verletzten wurde es schnell zu eng im Sani-Zelt vor der Halle, sodass sie teilweise im Nieselregen außerhalb des Zeltes ärztlich versorgt werden mussten. Mir ist aufgefallen, dass einige der „Verletzten“ einfach auf dem nackten und nassen Boden im Regen abgelegt wurden, ohne Isomatten drunter oder in Metallfolien eingewickelt zu werden. Das hat jetzt bei den gesunden Verletzten vielleicht nur eine Grippe zur Folge, aber im Ernstfall möchte ich da nicht so auf dem Pflaster im Regen liegen müssen.

 

Ansonsten lief aber alles recht synchron nach meiner Einschätzung. Die Verletzten wurden aus dem umgestürzten Fahrzeug befreit, auch das war keine leichte Sache. Die transportfähigen Verwundeten kamen entweder (theoretisch) in die umliegenden Krankenhäuser, aber auch auf dem Parkplatz Katzbek waren noch zwei Zelte aufgebaut.

 

Hier traf ich auch Pastor Andreas Eilers mit 2 Kollegen, die für die Notfallseelsorge zuständig waren. Auch wenn sie natürlich nicht zum Einsatz kamen, es wurde an alles gedacht bei der Planung dieser Großübung.

 

Strandstrasse und Katzbek standen voller Rettungsfahrzeuge

Mittlerweile ist nun wieder Ruhe eingekehrt in Laboe, die Rauchschwaden haben sich wieder verzogen. Also es hatte mich schon berührt, da mitten im dicksten Qualm in der Schwimmhalle, wo man kaum die Hand vor Augen sehen konnte, plötzlich vor einer Gruppe junger, stark ramponierter Mädels zu stehen.

 

Ich wollte gerade mit der Mund zu Mund Beatmung beginnen, als ein Feuerwehrmann zu mir ganz trocken meinte, also wenn ich nix anne Backen kriegen will, soll ich die Mädels mal lieber ihrem Schicksal überlassen. Menno, da will man nun mal helfen…….. Aber ihr seht, der Ostsee-Peter ist immer mittendrin statt nur dabei ;-)

 

Das also mal für den Sonnabend aus Laboe. Weiterhin ein schönes Wochenende, es klart langsam auf, hoffen wir auf einen sonnigen Sonntag.

 

Die Bilderbefinden sich in einem Extra-Album unter Besonderes 2016 (und das war es ja wirklich) oder gleich HIER

 

Hoffen wir, das wir so etwas nie in echt erleben müssen aber es gut zu wissen, dass die Rettungskräfte auch so eine Katastrophe schon einmal gemeinsam geübt haben.

 

Alles Liebe wünscht Euch der

Ostsee-Peter

 

 

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